18.03.2016, 09:15 Uhr

Internationale Kunstschaffende als Artists in Residence in Wien. Ausstellung im BKA!

Wien: Ausstellungsraum des BKA | Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) luden am 14. März 2016 zur Werkpräsentation der internationalen Artists in Residence des ersten Quartals in den Veranstaltungsraum des Bundeskanzleramtes am Concordiaplatz und viele Galeristen, Kuratoren und Kulturinteressierte folgten der Einladung.

Gezeigt werden noch bis 24. März Arbeiten von Daniela Dostálková (Tschechien), Andreas Greiner (Deutschland), Fu Bin (China), Marge Monko (Estland) und vom Künstlerduo Martinka Bobrikova & Oscar de Carmen (Slowakei + Spanien). Dostálkovás Werke wurden gemeinsam mit ihrer Schwester Linda Dostálková geschaffen. Bei der Vernissage brachte die derzeitige Composer in Residence Daniela Fantechi (Italien) ein Work in Progress für Cello (Myriam García Fidalgo) und Elektronik exklusiv zur Aufführung.

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA auch 2016 50 Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendien werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Ausstellungsdauer: bis 24. 03. 2016
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei!

Daniela Dostálková (Tschechien)

Daniela Dostálková wurde 1979 in Tschechien geboren. Sie lebt und arbeitet in Prag. Dostálková studierte bis 2006 am Institut für Fotografie der Universität J.E. Purkynĕ der Fakultät für Kunst und Design in Ústí nad Labem (Tschechische Republik). Außerdem studierte sie 2005 am Institut für Neue Medien der Akademie der Künste in Warschau (Polen). 2015 war sie Finalistin des Voies Off Prize und 2006 des Henkel Art Awards. In der Ausstellung am Concordiaplatz stellt die derzeitige Gaststipendiatin Werke aus, die sie gemeinsam mit ihrer Schwester Linda Dostálková geschaffen hat.

„In den letzten Jahren haben zahlreiche Kunstschaffende Vereinigungen geschaffen, die zwar auf der Kunstwelt und deren institutionellen Strukturen beruhen, aber nicht den Charakter typischer – oder auch alternativer – Kunstinstitutionen haben - im Sinne von „artist-run spaces““, erklärt Daniela Dostálková. Die Fotoserie „The Default Position of Our Mental Software“ ist unser Versuch, die Welt durch die uns umgebenden Objekte zu verstehen. Wir schaffen rund um die Objekte Sinngehalte, die verschiedene Referenzpunkte vermitteln können - zum Verständnis von sozialen Phänomenen, Dingen und Konzepten und der fließenden Grenze zwischen Kunstschaffenden und Gesellschaft.“

Der Titel „The Default Position of Our Mental Software“ bezieht sich auf die „Actor-network theory“ von Bruno Latour, die Objekte als Bestandteile sozialer Netzwerke betrachtet. Dabei wird von einem sozialen Kontext ausgegangen, in dem nicht-soziale Aktivitäten als spezifischer Realitätsbereich stattfinden.

Andreas Greiner (Deutschland)

Andreas Greiner lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte an der Universität der Künste in Berlin, in Dresden, Budapest, Florenz und San Francisco. Er ist Absolvent des Instituts für Raumexperimente als Meisterschüler Olafur Eliassons. Seine Arbeiten wurden zuletzt in Zürich, Tokio, Berlin, Barcelona, Addis Abeba, Moskau und New York gezeigt. 2014 erhielt er den „Prize for Young Art“ des Neuen Aachener Kunstvereins und 2016 den GASAG Kunstpreis der Berlinischen Galerie. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich sowohl mit wissenschaftlicher Forschung und Phänomenen in Natur- und Geisteswissenschaften als auch mit einer Reflexion über die künstlerische Praxis selbst. Nach Studien der Medizin, Anatomie und Bildhauerei liegt sein Fokus auf zeitbasierten und lebendigen Skulpturen. Teil seiner Praxis ist es sich mit möglichen Erweiterungen von klassischen Parametern in der Bildhauerei auseinanderzusetzen.

In Wien führt er im Austausch mit dem Naturhistorischen Museum über das Masthuhn seine 2015 begonnene Serie “Studie (Portrait) zur Singularität des Tieres” fort. Im Rahmen dieser künstlerischen Auseinandersetzung und in Referenz auf eine längst ausgestorbene Spezies bezeichnet der Künstler diese schnellwachsenden Hybridhühner als “Instant-Dinosaurier” / Lebewesen, welche verglichen mit ihrer evolutionsgeschichtlichen Verweildauer schon ausgestorben sind, bevor sie erst geboren wurden.
www.andreasgreiner.com

Fu Bin (China)

Fu Bin wurde 1984 in ShanXi in China geboren. Er hat sein Studium an der Zentralen Kunstakademie in Peking 2014 mit dem Master of Fine Arts im Fach Druckgrafik abgeschlossen. Der Künstler lebt und arbeitet in Peking. Er war bereits in zahlreichen Gruppenausstellungen in China und Japan zu sehen, zuletzt 2015 bei der „Teacher‘s Group Exhibition of Academy of Arts&Design” der TsingHua Universität (Visual Arts Center) in Peking und bei “Reserch·Creation·Communication” im Museum der zeitgenössischen Kunst des 21. Jahrhunderts in Kanazawa (Japan).

Fu Bins Absicht ist es, „eine vertraute Szene in gewöhnlichen Zeiten der Fremdheit“ festzuhalten. Seine Schlüsselthemen sind künstliche Landschaft, Fremdheit und das Gefühl der Entfremdung in der Landschaft. Das Wichtigste ist für ihn jedoch nicht der dargestellte Inhalt, sondern die Umsetzung des Themas in Formen und Farben. Durch den Einsatz verschiedener Materialien und Methoden verbindet er die Technik und Sprache der Druckgrafik mit jener der Malerei, um das Arbeiten an der Sprache und am Ausdruck zu verbessern. „Ein Schnitzmesser kann auf Holz scharfe und strenge Linien erzeugen und gleichzeitig auf ebener Fläche einen anderen Raum schaffen. Die beiden räumlichen Ebenen entsprechen zwei Versionen des farbigen Holzschnitts, die sich dank der Kraft der Sprache und der reichen Farbigkeit miteinander verbinden und eine urbane Landschaft entstehen lassen, die Ausdruck meiner Gefühle ist.“ In Wien möchte Fu Bin seinen Eindruck von der Stadt und von moderner Architektur über Zeichnung oder Malerei vermitteln.

Marge Monko (Estland)

Marge Monko wurde 1976 in Tallinn (Estland) geboren. Sie hat einen Master (Fotografie) der estnischen Kunstakademie und studierte 2005 an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Von 2013 bis 2015 besuchte sie die Hochschule für Bildende Kunst in Gent (Belgien). Monko ist eine Künstlerin, die vor allem mit den Medien Fotografie und Film arbeitet. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Tallinn. Zuletzt war sie 2014 in der Einzelausstellung “You” in der Hop Gallery in Tallinn sowie 2015 in der Gruppenausstellung “From Explosion Yo Expanse. Estonian Contemporary Photography 1991-2015” im Tartu Art Museum in Tartu, Estland zu sehen. Monko war 2014 für den Marl Media Art Award nominiert und 2012 Preisträgerin des Henkel.Art.Award.

Jedes Objekt aus der Serie “New Romantik” umfasst Ausschnitte von Beauty- und Lifestylemagazinen, dem automatischen Luftraumerfrischer sowie Accessories, die die Objekte miteinander verknüpfen. Es wäre laut Monko überraschend , wie viele der Lifestyle-Magazine im Aufmacher das Wort " Romantik " schreiben. Dies wäre ein Indiz dafür, dass sie vor allem auf die Zielgruppe der Frauen ausgerichtet wären, von denen man annehme, sie würden mehr zur Romantik neigen als Männer. Auf der anderen Seite gebe es laut Monko die neue Bemühung von Seiten der Verlage, eine unabhängige und beruflich aktive weibliche Leserschaft anzusprechen, indem Themen mit Bezug auf Feminismus und Karriere aufgenommen werden. Accessories, die zum Verknüpfen der Objekte verwendet werden (wie Krawatten), können in der Serie “New Romantik” männlichen Personen zugeordnet werden. Und in unterschiedlichen Abständen blasen die automatischen Luftraumerfrischer Duftstoffe aus, die genauso aufdringlich sein können, wie die Headlines auf den Magazincover.
www.margemonko.com

Martinka Bobrikova & Oscar de Carmen (Slowakei + Spanien)

Das Künstlerduo Martinka Bobrikova & Oscar de Carmen arbeitet seit 2005 gemeinsam. Martinka Bobrikova wurde 1981 in Bratislava (Slowakei) geboren. Sie hat ein Bachelor-Studium an der Universidad de la Laguna, Facultad de Bellas Artes, in Teneriffa (Spanien), absolviert, ein Studium an der Kunstakademie Malmö, Universität Lund (Schweden), mit dem Master of Fine Arts abgeschlossen und einen Master-Grad im Rahmen des gemeinsamen Studienprogramms Nordic Sound Art erworben. Oscar de Carmen, 1976 in Linares in Spanien geboren, besitzt einen Bachelorgrad der Universidad de la Laguna, Facultad de Bellas Artes, in Teneriffa, (Spanien), einen Master of Fine Arts der Kunstakademie Malmö, Universität Lund (Schweden), und einen Mastergrad des gemeinsamen Studienprogramms Nordic Sound Art.

Martinka Bobrikova und Oscar de Carmen stellen in Wien einen Teil ihres neuen Projekts „The (art) World“ vor, einer multimedialen Oper in drei Akten mit Libretto in englischer Sprache. Sie präsentieren einen Ausschnitt aus dem zweiten Akt (ca. 10 bis 15 Minuten). Der Titel „The (art) World“ bezieht sich auf die gegenwärtigen dominanten Wirtschaftsmodelle mit besonderem Fokus auf die Kunstszene. In dem Ausschnitt aus dem zweiten Akt, den das Künstlerduo am Condordiaplatz zeigen will, geht es um Auswirkungen auf sogenannte „zweitrangige“ KünstlerInnen, wenn sie nicht zu den bekannten VertreterInnen der zeitgenössischen Kunst zählen. Das Projekt wird durch eine Bühnenhandlung umgesetzt, wobei die Instrumental- und Vokalbegleitung ebenso wie die Lyrik des Librettos durch sequentielle Videoprojektionen vermittelt werden. Plastische Arbeiten werden zur Darstellung von verschiedenen grafischen Videoprojektionen eingesetzt.

Die Details ihrer Arbeit schildern Martinka Bobrikova und Oscar de Carmen wie folgt: „Wir verbinden konkrete Musik mit Interviews, die wir mit uns selbst führen. Die Tonspur beinhaltet auch Lesungen von Texten aus der Kunstwelt, wodurch die Handlung leichter zugänglich wird. All das wird verbunden mit Geschichten über Kunstwerke und die Menschen, die sie umgeben, darunter auch Kunstkritiker. Außerdem sind Aufnahmen der Umgebungsgeräusche in den Gebäuden zu hören, in denen sich die Kunstwerke befinden.“
www.madefromwaste.org

Daniela Fantechi (Italien)

Daniela Fantechi wurde 1984 in Florenz (Italien) geboren. Sie studierte Komposition am Konservatorium „Luigi Cherubini“ in Florenz und an der Kunstuniversität Graz. Sie nahm an mehreren Meisterklassen und Sommerkursen teil, darunter „Impuls und Acanthes“. 2009 schloss Fantechi ihr Studium an der Universität Florenz mit einem Master in Musikwissenschaft mit Auszeichnung ab und widmete sich in Pisa dem Spezialgebiet Musikpädagogik im Vorschul- und Grundschulunterricht. Danach arbeitete sie an mehreren Projekten mit Kindern im Teatro Verdi in Pisa und an zahlreichen Theatern und Schulen in Florenz und Pisa. Ihre Kompositionen wurden in Italien beim „Tempo Reale Festival“ (Florenz), bei „Play It“ (Florenz), „Mixxer“ (Ferrara) und „Atlante Sonoro“ (Rom) sowie in Österreich bei „Für die Hügel“ (Graz) aufgeführt.

Während der Eröffnung der Ausstellung wird Daniela Fantechi ein Work in Progress für Cello (Musikerin: Myriam García Fidalgo) und Elektronik zur Aufführung bringen. Die Arbeit ist Teil des Projekts „In Korrespondenz“, an dem sie derzeit arbeitet und in dessen Rahmen eine Kurzoper zum Thema „In Korrespondenz“ entstehen soll. Die Inspiration für das Libretto hat die Künstlerin aus ihren Recherchen in der „Sammlung Frauennachlässe“ am Institut für Geschichte der Universität Wien bezogen. Myriam García Fidalgo ist Cellistin und beschäftigt sich vor allem mit zeitgenössischer Musik. Sie ist Mitglied das Schallfeld Ensembles, des Nou Ensembles und des Ensembles Zeitfluss und tritt auch mit Gruppen wie dem Klangforum Wien, dem Platypus Ensemble oder ClapTON auf.
https://soundcloud.com/daniela-84

(UH)
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