15.03.2016, 18:18 Uhr

Sturmbilanz: Starker Wind bedeutet nicht automatisch hohe Schäden

Wien: Wien | Wenn bei einem sportlichen Ereignis Rekorde aufgestellt werden, erfreut dies die Zuseher. Wenn hingegen beim Wettergeschehen neue Rekorde registriert werden, versetzt uns dies eher in Angst. Der wärmste Winter auf der Nordhalbkugel bringt viele Menschen zum Nachdenken.

Stürme, Dürreperioden und Überflutungen werden vermehrt auftreten, wenn es nicht gelingt die Trendwende bei den Treibhausgasen zu schaffen. Prof. Stefan Rahmstorf von der UNI Potsdam weist darauf hin, dass die Ereignisse belegen, wie anfällig unsere Gesellschaften gegenüber Wetterextremen sind.

Bei weiter steigendem Kohlendioxid Ausstoß könnten sich die Kosten für klimabedingte Schäden auf bis zu 20 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes belaufen.

Unsere Klimagasemissionen sind nach Allem was wir wissen, zumindest teilweise an den Extremen schuld. Sich an die Hoffnung zu klammern, das sei alles Zufall und ganz natürlich, scheint mir naiv.

Wien - "UNIQA Österreich und UBIMET haben ausgewertet wie sich die Windgeschwindigkeit auf die Schadensbilanz auswirkt
- Orkan Niklas verursachte bei UNIQA Österreich die größten Schäden, war aber nicht der stärkste Sturm

UNIQA Österreich und UBIMET haben analysiert, mit welcher Geschwindigkeit Stürme in den vergangenen drei Jahren gewütet haben und welche Schäden sie für UNIQA verursachten. Die Auswertung zeigt: Starker Sturm bedeutet nicht automatisch einen großen Schaden.

Warum das so ist, erklärt UNIQA Vorstand Robert Wasner: "Wie hoch ein Windschaden, der meist durch eine Haushalts- oder Eigenheimpolizze abgedeckt ist, zu Buche schlägt, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Region der Wind wütet, wie hoch die Bevölkerungsdichte dort ist und ob auch größere Betriebe betroffen sind." Denn ein Großschaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro kann die Schadensbilanz empfindlich beeinflussen.

Schadentechnisch führt "Niklas"

Obwohl der Orkan "Niklas" mit "nur" 122 Kilometern pro Stunde über das Land fegte, verursachte der Ende März 2015 vor allem in Oberösterreich wütende Sturm Schäden in Höhe von 6,4 Millionen Euro. Damit hat "Niklas" in der UNIQA-Schadensbilanz die Nase vorne. Der mit Abstand stärkste Sturm, der in den vergangenen drei Jahren in Österreich auftrat, war "Nils", der mit 130 Kilometern pro Stunde vor allem in Niederösterreich und im Burgenland wehte. Allerdings verursachte dieser Sturm bei UNIQA lediglich Schäden in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

Dass sich Versicherungen künftig auf mehr Sturmereignisse einstellen sollten, weiß Michael Fassnauer, Geschäftsführer und Gründer von UBIMET: "Wir stellen in den letzten Jahren eine gewisse Häufung von Extremwetterereignissen fest. Gerade in mittleren europäischen Breiten gehen mit der Erderwärmung zunehmend Winterstürme einher." Genau das gleiche Bild zeigt auch ein Blick auf die jährlichen Sturmschäden von UNIQA. Während die gesamten Schäden 2013 aufgrund von Sturmereignissen noch bei 4,7 Millionen Euro lagen, stiegen sie 2015 auf 8,6 Millionen Euro an. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung.

Im Schnitt sieben stürmische Tage pro Jahr in Wien

Laut Auswertungen von UBIMET sind vor allem jene Regionen in Österreich besonders anfällig für Stürme, die sich in der Nähe von Gebirgszügen befinden. Deswegen sind das Brandnertal, das Wipptal und der Großraum Innsbruck, die Tauerntäler und der Lungau besonders häufig betroffen. Kommt der Wind allerdings aus Westen, zählen zu den am meisten betroffenen Gebieten Oberösterreich und der Donauraum inklusive dem östlichen Flachland und Wien, der Alpenostrand und das Nordburgenland. Durchschnittlich gibt es in Wien rund sieben Tage im Jahr in denen der Wind mit mehr als 60 Kilometern pro Stunde über die Hauptstadt bläst.

Ab einer Windstärke von 60 Kilometern pro Stunde springt die Haushalts- oder Eigenheimversicherung für Schäden, die der Sturm an den eigenen vier Wänden verursacht, ein. Um Kunden vor Unwettern zu warnen, arbeitet UNIQA Österreich bereits seit elf Jahren mit Wetterdienst UBIMET zusammen. Unwetterwarnungen informieren Versicherungskunden punktgenau 6 bis 18 Stunden vor Eintritt des Unwetters, bei Gewittern zwischen 15 und 45 Minuten vor dem Eintreffen." Aussender: UNIQA Group

Wie tröstend sind doch die Worte aus dem Bibelbuch Micha 4, 4: „Sie werden tatsächlich sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, und da wird niemand sein, der sie aufschreckt.“ Bis diese Zeit kommt, sollte jeder von uns bemüht sein, die Natur zu schonen und zu schützen und möglichst wenig fossile Energie zu verbrauchen. Es ist zu unserem eigenen Nutzen!
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Karl Pabi aus Bruck an der Mur | 15.03.2016 | 18:51   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 15.03.2016 | 19:13   Melden
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