08.04.2016, 17:29 Uhr

Die Kraft der Verwandlung

Ihr wandlungsreiches Spiel geht unter die Haut: Nevena Lukic, Jakob Köhle und Benjamin Lang begeistern in „was innen geht“. (Foto: Benjamin Schardt)
Innsbruck: Theater praesent |

Mit der fesselnden Uraufführung des preisgekrönten Stückes "was innen geht" ist dem Theater praesent ein echter Theatercoup gelungen.

Es gibt Stücke, da möchte man ständig Textzeilen notieren, damit man sie nur ja nicht vergisst. Da sieht man in Abgründe, die einen erschaudern lassen. Und trotzdem bleibt man wie angewurzelt sitzen, weil sich da abseits von Gewalt und Missbrauch etwas auftut, das einen nur noch staunen lässt, zumal es einem plötzlich wie Schuppen von den Augen fällt, "was innen geht". Genau so hat Anja Hilling ihr preisgekröntes Jugendstück über diesen vom Schicksal so unsäglich drangsalierten vierzehnjährigen Jungen Ovid genannt. Ein Stück, das Julia Kronenberg, Vorstandsfrau vom Theater praesent unbedingt nach Innsbruck bringen wollte. Und siehe da: es ist ihr tatsächlich gelungen, sich die Uraufführungsrechte zu sichern.

Mehr noch als das: mit Philipp Jeschek als Regisseur (er begeisterte schon letzten November mit der Uraufführung des furiosen Theatertextes "Maultasch" von Martin Plattner in der Werkstatt des TLT) und einer schauspielerisch wie dramaturgisch wunderbar aufeinander abgestimmten Dreierbesetzung - Benjamin Lang, Nevena Lukic, Jakob Köhle verkörpern die verschiedenen Erlebenswelten dieser jungen Seele - ist dem Theater praesent auch in der Umsetzung ein echter Coup geglückt. Wer dieses emotional ebenso fordernde wie poetisch fesselnde Stück noch nicht gesehen hat, sollte sich unbedingt noch Karten für eine der drei letzten Vorstellungen (7. /8. /9. April) sichern. Denn so beklemmend aussichtslos die Außenwelt Ovids auch sein mag, seine bilderreiche Innenwelt weiss dem etwas entgegen zu setzen.
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