09.07.2016, 23:14 Uhr

Isländisches Fußball-Feuer lodert in ihrem Herzen, auch wenn sie jetzt als Mormonen-Missionarin in Österreich dient.

Sister Gudnason liebt das Grün in Tirol
Innsbruck: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) | Sister Karolina Gudnason aus Island ist begeistert, dass ihr an Bevölkerung kleines Heimatland einen so großen Eindruck bei der Fußball-EM in Frankreich hinterlassen hat. „Obwohl ich ab dem 11. Lebensjahr zugunsten anderer Hobbies, wie Ballett, Gymnastik oder isländischer Volkstanz, nicht mehr aktiv Fußball spiele, liebe ich Fußball von ganzem Herzen. Auf Mission hier in Tirol konzentriere ich mich eigentlich auf viele andere Dinge, doch die Erfolge der isländischen Nationalelf verfolgten mich beinahe auf Schritt und Tritt. Wenn die Leute erfuhren, dass ich aus Island komme, wollten sie mit mir nur mehr über die Siege meines Landes bei der Europameisterschaft in Frankreich sprechen.“

Die 20 jährige Missionarin der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) hat für 18 Monate ihre Heimat verlassen, um den Tirolerinnen und Tirolern über ihren ganz persönlichen Glauben zu erzählen. Mit ihrer Mitarbeiterin, Sister Mikah Harrick aus den USA, ist sie täglich am Weg, um alleinstehende ältere Menschen, Kinder und Jugendliche in der Kirchengemeinde in Innsbruck zu betreuen und interessierten Menschen mehr über die Kirche und ihre Entstehung zu vermitteln.

Wie sie als Isländerin dazu kommt, hier in Österreich als Missionarin zu wirken, meinte Sister Gudnason, dass sie einen brennenden Wunsch in ihrem Herzen verspürt hat, dies zu tun: „Gewisse Dinge kann man nicht für sich behalten. Wenn etwas einem eine so große Lebensfreude vermittelt, dass einem täglich schon früh am Morgen zum jauchzen, Klavierspielen und singen zumute ist, dann muss man das einfach loswerden und mit anderen teilen. Ich würde mich sehr schäbig und egoistisch vorkommen, wenn ich das nicht tun würde. Deshalb habe ich gleich nach dem Abschluss des naturwissenschaftlichen Gymnasiums in Selfoss (größte Stadt in Südisland) begonnen, mich auf meine Mission vorzubereiten. Dass ich hier in Österreich gelandet bin, war Fügung.“

Ihre Familie ist für Sister Gudnason eine große Unterstützung, auch wenn sie jetzt weit weg von ihrer Heimat ist. Sie kommunizieren wöchentlich über E-Mails und so bleibt der Kontakt nach Hause immer aufrecht. Und was hält sie von ihrer jetzigen Wahlheimat Tirol: „Die Berge sind ähnlich wie in Island, aber was ich hier so schätze ist, dass sie so leuchtend und kräftig grün sind. Auch die Kulturdenkmäler sind in Österreich so gut erhalten und wunderbar anzusehen. Zudem kommt die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Und das macht mich besonders glücklich, hier als Missionarin zu dienen.“

Ob sie, wenn sie morgens ihre Wohnung in Oberhofen im Inntal verlässt, um sich auf ihr ‚Spielfeld‘ als Missionarin zu begeben, sich durch Klatschen und den Isländischen 'Hu'-Ruf motiviert: „Nein“, meint Sister Gudnason, „um mich für die tägliche Arbeit vorzubereiten braucht es ganz etwas anderes. Zum einen ein sehr persönliches Gespräch mit dem Vater im Himmel und zum anderen das inspirierende Studium in den Heiligen Schriften, dem Alten Testament, dem Neuen Testament und dem Buch Mormon, welches ein weiterer Zeuge für Jesus Christus ist. Daraus schöpfe ich nicht nur Kraft, sondern auch den Glauben und die Hoffnung, dass dieser Tag ein ganz besonderer Tag wird. Und das wird er, wenn ich sehe, wie durch den Einfluss des Evangeliums Jesu Christi sich Menschen verändern und zu noch besseren Menschen werden. Dadurch wird die Welt zu einem besseren Ort.“

Wir wünschen Sister Gudnason weiterhin alles Gute bei ihrer Arbeit in Tirol und dass sie, so wie die isländische Nationalelf, durch ihr Wirken die Herzen der Menschen erreicht.
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