06.08.2016, 05:30 Uhr

Am eigenen Leib: Unterwegs mit der Bergwacht

Toni Erhard ist Einsatzstellenleiter der Bergwacht Neustift-Fulpmes-Mieders-Schönberg.
Seit nunmehr rund 25 Jahren ist Toni Erhard bei der Bergwacht – fast täglich ist er zum Schutze der Natur in den Wäldern und Bergen unterwegs. Dass man bei der Bergwacht bei weitem nicht nur italienische Schwammerljäger jagt, wurde mir bei einem Tag im Einsatz für die Bergwacht "am eigenen Leib" klar.

"Alles ist Ermessenssache"

Der oberste Grundsatz der Bergwacht ist es, dem Schutze der Natur zu dienen. In diesem Sinne könnte man sie auch als "Naturschutz-Polizei" bezeichnen. Sie ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und die Bergwächter sind somit in ihrer Diensttätigkeit als Beamte anzusehen. Als solche können sie – vorausgesetzt, sie verfügen über das Strafmandatsrecht – anhalten, strafen, ermahnen oder Kautionen einheben. Toni Erhard ist Einsatzstellenleiter der Bergwacht Neustift-Fulpmes-Mieders-Schönberg: "Es ist alles immer Ermessenssache. Mein Credo ist, dass man die Leute über die Natur aufklären und informieren soll. Sofort zu strafen bringt nichts – man ändert ja damit nichts an der Gesamtsituation."

Vielfältiges Aufgabengebiet

Zu den Aufgaben der insgesamt rund 1.300 Bergwächter in Tirol gehört es unter anderem, zu kontrollieren, wer unbefugt mit dem Auto in einem Landschaftsschutzgebiet unterwegs ist. Auch unrechtmäßiges Campen oder illegales Ablagern von Müll zu ahnden sind Aufgaben, die die Bergwacht erfüllt. "Besonders das Grillen am Lagerfeuer auf dem Boden beispielsweise im Naherholungsgebiet Klaus Äuele im Stubaital ist ein Problem. Durch Scherben oder Metallstöpsel, aber auch durch die verkohlten Überreste kann das Weidevieh verletzt werden", so Erhard. Auch die Einhaltung des Feldschutzgesetzes wird von den Bergwächtern kontrolliert. Toni Erhard: "Darunter fällt beispielsweise die Kontrolle von freilaufenden Hunden, die eventuell Schäden anrichten könnten."
Am Ende des Tages habe ich großen Respekt vor Toni Erhard und allen Bergwächtern, die mit ihrem Einsatz in den rund 90 Einsatzstellen Tirols einen großen Beitrag für den Naturschutz leisten. Es ist vor allem die Liebe zur Natur, die sie antreibt.
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