20.06.2016, 14:33 Uhr

Bilanz nach fünf Jahren Rettungsdienst Tirol

Schneller und professioneller ist der vor fünf Jahren gestartete Rettungsdienst Tirol: Jeder Rettungswagen wird mittlerweile mit einer Adrenalinspritze ausgerüstet, die im Falle eines allergischen Schocks - etwa nach einem Bienenstich - das Leben retten kann: v. li. Rotes Kreuz-Chefarzt Thomas Fluckinger, Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Tirol Adolf Schinnerl. (Foto: Land Tirol/Schwarz)

Bernhard Tilg zieht positive Bilanz nach fünf Jahren Rettungsdienst Tirol. Durch das Tiroler Modell konnte sich die Qualität der Einsätze stark verbessern. Das Modell findet auch international Beachtung

TIROL. Das Tiroler Modell - Rettungsdienst Tirol hat sich in den letzten fünf Jahren sehr gut bewährt. Durch bessere Koordination kommt es zu schnellem Eintreffen am Einsatzort, es gibt Schulungen für das Rettungseinsatzteam, einen Chef-Controller und die Zentrale Landesleitstelle. Durch alle diese Neuerungen konnte die Qualität stark gesteigert werden.

Tiroler Modell - Rettungsdienst in Tirol

Seit Juli 2011 gibt es das Tiroler Modell zur Strukturierung des Rettungsdienstes in Tirol. Bis 2011 musste jede Gemeinde die Rettungseinsätze selbst organisieren. Um hier bessere Qualität zu erreichen, hat das Land Tirol in Abstimmung mit Tiroler Gemeindeverband und Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) eine neue Lösung erarbeitet. Diese wird nun vom "Rettungsdienst Tirol" - bestehend aus Bezirksstellen und Landesverband Rotes Kreuz Tirol zusammen mit Arbeiter-Samariterbund, Johanniter Unfall Hilfe, Malteser Hospitaldienst sowie Österreichischem Rettungsdienst - umgesetzt. Durch diese Neustrukturierung konnten die Qualitätsstandards des Rettungsdienstes in ganz Tirol stark verbessert werden, so Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Die Neuerungen im Überblick


  • Schneller am Einsatzort: Durch die Neustrukturierung ist es möglich, dass Rettungsdienste wesentlich schneller am Einsatzort sind. Diese Eintreffzeiten liegen tirolweit in einem Bereich, der sonst nur in Großstädten erreichbar ist. Diese liegen in einem Bereich von 10 bis 15 Minuten.
  • Schulungen: Das gesamte Rettungspersonal wird laufend in den unterschiedlichsten Richtungen weiter geschult. So wird die hohe Notfallkompetenz sichergestellt.
  • Chef-Controller: Ein ärztlicher Leiter soll die Qualität der Leistungen sichern. Diese Stellung hat Notfallmediziner Adolf Schinnerl inne. Er ist verantwortlich für den gesamten notfallmedizinischen Prozess und das Qualitätsmanagement.
  • Zentrale Landesleitstelle: Von der Leitstelle Innsbruck werden bei einem Einsatz Rettung, Notarzthubschrauber, Berg-, Wasser- und Höhlenrettung sowie die Grubenwehr organisiert. Die Bedeutung der tirolweiten Einsatzzentrale wird vor allem bei Großeinsätzen deutlich.

Notarztstützpunkt Innsbruck

Der Notarztstützpunkt in Innsbruck ist ein Beispiel für die gute medizinische Versorgung in Tirol. Im Rahmen des Deutschen Reanimationsregisters, an dem 110 Einrichtungen in Deutschland mitwirken, wird dieser als hervorragend eingestuft. „Gelobt werden ausdrücklich die hohe Fachkompetenz von Notärztinnen und -ärzten sowie Rettungspersonal und die schnell Eintreffzeit des Rettungsdienstes.", so Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Infobox
  • Seit 2011 alarmierte die Leitstelle Tirol den Rettungsdienst Tirol 1,5 Millionen Mal: Das sind jährlich insgesamt rund 325.000 Einsätze.
  • Mit etwa 4.000 freiwilligen und rund 500 hauptberuflichen MitarbeiterInnen sowie rund 500 Zivildienstleistenden im Roten Kreuz in Tirol und den Partnern Samariterbund Tirol, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hospitaldienst und Österreichischer Rettungsdienst werden jährlich weit über 1,5 Millionen Einsatz- und Bereitschaftsstunden geleistet.
  • Zugleich stehen 260 NotärztInnen in ganz Tirol zur Verfügung, die jährlich 18.000 Einsätze absolvieren.
  • Die Eintreffzeiten der Rettung liegen bei 90 Prozent der Einsätze innerhalb von 15 Minuten– und das im Gebirgs- und Tourismusland Tirol. Bei 70 Prozent sogar innerhalb von zehn Minuten!
  • Der Monat Februar weist regelmäßig eine hohe Auslastung auf – durch die besonders zahlreichen Tirol-UrlauberInnen (mit über 6,5 Millionen Nächtigungen) und gleichzeitig auftretende saisonale Erkrankungen. Auch in diesem Zeitraum ist der Rettungsdienst auf höchstem Niveau gesichert!
  • Das Land Tirol, die Gemeinden und die Tiroler Krankenkassen investieren jährlich rund 45 Millionen Euro in den bodengebundenen Rettungsdienst und die notärztliche Versorgung.

Weitere Informationen

Rettungsdienst Tirol: www.rettungsdienst-tirol.at
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Tirol: https://aelrd-tirol.at
Leitstelle Tirol: www.leitstelle-tirol.at
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