09.08.2016, 00:09 Uhr

Der neue Gehsteig ist "hirnrissig"

Auch die Fußgänger fühlen sich am neuen DEZ-Radweg wohler: Die Verkehrsstadträtin ortet keinen Verbesserungsbedarf.

Ärger zwischen Radfahrer und Fußgänger ist mit der neuen DEZ-Verkehrsführung vorprogrammiert.

INNSBRUCK. "Unzumutbar, hirnrissig, unlogisch" – Fußgänger und Radfahrer halten sich nicht zurück, wenn es darum geht, die Verkehrsführung beim Einkaufszentrum – westliche Ausfahrt bei Amras – zu kommentieren. Neben dem neuen Kreisverkehr sind auch ein Radweg und ein Gehsteig entstanden. Zuerst haben sich die Amraser darüber sehr gefreut. Dann kam die Ernüchterung: "Durch die neue Anordnung werden die Fußgänger zwischen Kampfradlern und rasenden Autos eingequetscht. Mit einem Kleinkind oder einem Hund ist das extrem gefährlich", meint ein Amraser, der hier täglich mit seinem Hund spaziert. Ihm schließt sich auch eine Radfahrerin an: "Es hält sich ohnehin keiner an die Markierungen."


Keiner hält sich an die Markierungen

Sie hat recht: Die Radfahrer fahren auf der Straße, die Fußgänger benutzen den Radweg. Für viele ist es unverständlich, warum die Wege nicht einfach getauscht werden können. Fußgänger würden so nicht neben der – ziemlich engen – Fahrbahn gehen müssen, wo reger Verkehr herrscht. Angenehmer wäre es auch deswegen, weil so auf der anderen Seite nicht noch ein Radweg, sondern nur ein großes Feld wäre. Für die Rad- und Fußwege ist die Stadt Innsbruck – auch auf Privateigentum, wie in diesem Fall – verantwortlich.

Sonja Pitscheider, Verkehrsstadträtin, sieht die Situation weniger tragisch und meint: "Es ist eine Verbesserung für Radfahrer und Fußgänger. Der Gehsteig ist 2,5 Meter breit und groß genug, um angenehm darauf zu spazieren. Die Überlegung dieser Verkehrsführung war die, dass die weiter östlich nach dem Kreisverkehr befindliche Bushaltestelle nicht durch den Radweg gestört wird und die Fußgänger beim Überqueren des Zebrastreifens nicht auch noch den Radweg kreuzen müssen. Wir haben diese Anordnung des Öfteren in der Stadt und sie wird von allen Seiten gut angenommen." Daher ortet man keinen Verbesserungsbedarf. Dass den westlichen Teil des Gehsteiges noch immer kein Randstein von der Fahrbahn trennt, war für die Verkehrsstadträtin beim STADTBLATT-Gespräch neu: "Das geht natürlich nicht. Hier kommt sicherlich noch ein Randstein hin."

Den Kommentar der Redakteurin zu diesem Thema finden Sie hier: Die Politik muss lernen zuzuhören
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