15.03.2016, 16:09 Uhr

Gefahr der Ablenkung im Straßenverkehr wird unterschätzt

Novelle regelt das Telefonieren ohne Freisprechanlage im Auto. (Foto: Fotolia/Firma V)

Ablenkung im Straßenverkehr wird unterschätzt. Durch Telefonieren ohne Freisprechanlage steigt die Gefahr auf einen Unfall um das Fünffache. Eine Gesetzesnovelle soll das Risiko senken.

KFG-Novelle regelt Telefonieren am Steuer

Ab ersten März bzw. ersten Mai treten die Änderungen der KFG-Novelle (Kraftfahrgesetz) in Kraft. In dieser wird unter anderem geregelt, was der Fahrer mit dem Telefon während des Fahrens tun darf und was nicht. Allerdings gibt es bei der Kontrolle immer noch Probleme. Ein mit dem Handy beschäftigter Fahrer muss von der Exekutive angehalten werden, um dann bestraft werden zu können. "Neben dieser Gesetzesnovelle muss daher der Exekutive der Vollzug erleichtert und auch die Kontrollhindernisse beseitigt werden“, so Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Durch Ablenkung steigt das Unfallrisiko

Handy-Telefonieren ohne Freisprechanlage erhöht das Unfallrisiko um das Fünffache. Beim Telefonieren steigen die Fahrfehler um 40 Prozent. Beim Schreiben eines SMS ist man 5 Sekunden lang abgelenkt. In dieser Zeit kann man nicht auf Gefahren reagieren. „Abgelenkt zu sein, ist wie mit geschlossenen Augen zu fahren. Wenn man mit 50 km/h nur eine Sekunde lang nicht auf die Straße achtet, legt man fast 14 Meter im Blindflug zurück und kann dann oft nur verzögert reagieren“, warnt Thann.

Ablenkung im Straßenverkehr - unterschätzte Gefahr

Aktuelle KFV-Studien belegen, dass das Risiko der Ablenkung im Straßenverkehr am häufigsten unterschätzt wird. Gleichzeitig ist fast jeder Verkehrsteilnehmer betroffen.
Das Risiko steigt unter anderem mit der Dauer der Tätigkeit und mit der Häufigkeit der Durchführung der Tätigkeit. Gleichzeitig ändert sich das Risiko auch mit der Art der Fortbewegung. Während für Fußgänger „Musik hören“, „in Gedanken sein“ und „Telefonieren“ an erster Stelle der Ablenkungsgefahren steht, zählt für Motorradfahrer „die Bedienung des Navigationssystems“ zu den gefährlichsten Ablenkungsarten.

Online-Plattform gegen Ablenkung im Straßenverkehr

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat eine interaktive Online-Plattform entwickelt. Mit dieser Plattform soll das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für verschiedene Gefahren geschärft werden. Auf www.ab-gelenkt.at kann man nun virtuell anhand von Filmen die Ablenkung im Straßenverkehr nacherleben. Je nach dem eigenen Verhalten im virtuellen Straßenverkehr, ändert sich auch das Ende der Geschichte.

Zahlen und Fakten

2014 kam es durch Ablenkung zu beinahe 13.000 Unfällen mit Personenschaden. 111 Personen starben.
AutofahrerInnen führen pro Tag 900.000 Telefonate ohne Freisprechanlage. Sie schreiben 200.000 SMS pro Tag.
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