28.06.2016, 11:07 Uhr

Neues Sammelsystem: Wenig Platz und stinkender Müll

Dieses Bild soll in Innsbruck der Vergangenheit angehören: Noch ist das aber nicht überall der Fall. (Foto: Gstraunthaler)

Innsbrucks neues Müllabholsystem soll Verbesserung bringen. Für zahlreiche Menschen ist es aber keine.

INNSBRUCK. Wertstoffsammelinseln werden immer weniger und kleiner in Innsbruck. Grund dafür ist die Umstellung auf das Abholsystem. Bis auf den Pradler Saggen und die Innere Stadt sind alle Stadtteile schon auf das neue System umgestellt. Und damit gehen auch gleich die neuen Probleme einher. In engen Gassen stehen Mülltonnen im Weg, wenn es heiß ist, stinkt der Plastikmüll und die Tonnen – mit vier Wochen Altpapier auch ziemlich schwer – müssen nun vom Hausmeister an die Abholstelle gezogen werden. "Außerdem sieht es scheußlich aus", so eine befragte Anrainerin in St. Nikolaus, die beklagt, dass die Mülltonnen teilweise schon 2-3 Tage vor Abholtermin die Straßen verunstaltet.


Nach Klage ein Muss

Vorausgegangen ist der Umstrukturierung ein Verfahren, das ein Anrainer gegen die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) eingeleitet hat. Die IKB sind im Namen der Gemeinde für die Müllentsorgung verantwortlich und betreuen auch die Wertstoffsammelinseln. Da diese extrem vermüllt waren, wandte sich 2014 ein Anrainer ans Gericht und klagte die Stadt auf Amtsmissbrauch. Die Stadt verlor die Klage und musste sich für diese "Müllhotspots" etwas Neues einfallen lassen.


Nicht oft genug

Wie die verantwortliche Stadträtin Sonja Pitscheider dem STADTBLATT gegenüber sagt: "Wir haben uns mit ähnlichen Städten abgesprochen. So haben wir beispielsweise Salzburg als Vorbild genommen, wo das neue Müllsystem schon seit Jahren funktioniert." Altpapier und Kunststoff werden seither auch in Innsbruck direkt in den Häusern gesammelt und abgeholt. Letzteres zu selten, sagen viele Anrainer, die sich nicht nur darüber beschweren, dass es teilweise gar keinen Platz für den Müll auf ihrem Privatgrundstück gibt, sondern auch die Zeit bis zur nächsten Abholung viel zu lange dauert. Alle vier Wochen kommt das Müllauto, holt die gelben Säcke ab und leert die Tonnen aus. "Das ist öfter wie bei anderen Gemeinden. In vielen wird es nur alle sechs Wochen abgeholt", verteidigt Pitscheider diese Vorgehensweise. Sie meint, eine Umstellung brächte immer Irritationen mit sich: "Schon in den Neunzigern, als eingeführt wurde, dass der Biomüll getrennt werden muss, regten sich die Leute über Würmer, Gestank und Ähnliches auf. Heute ist es das Normalste der Welt."


Müllhotspots Geschichte?

Ob die Problematik mit den "Müllhotspots" – jene Stellen, an denen Sperrmüll abgelagert wird – dadurch tatsächlich gelöst wird? "Es ist lustig und eine Erklärung gibt es auch nicht, aber es ist tatsächlich so, dass die Leute immer weniger Müll an diesen Sammelinseln wegwerfen, wenn nur Glas und Metallabfall gesammelt wird. Das haben wir jetzt schon bemerkt und das hat man uns auch schon in Salzburg bestätigt", sagt die Vizebürgermeisterin.
Die letzte Umstellung wird im März 2017 geschehen. Die Kosten werden ungefähr die gleichen bleiben wie beim alten System. Da ein fixes Budget vom Bund dafür vorgesehen ist, können auch die Intervalle nicht gehoben werden. Der Unterschied ist laut Pitscheider aber jetzt schon spürbar: "Den Müll können wir besser verwerten, da genauer und sauberer getrennt wird."
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Sabine Knienieder aus Innsbruck | 29.06.2016 | 08:00   Melden
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Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck | 29.06.2016 | 09:19   Melden
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Sabine Knienieder aus Innsbruck | 30.06.2016 | 08:26   Melden
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