12.04.2016, 09:21 Uhr

Pradler Uhrmacher kämpft für sein Geschäft

Mario Loidold war schon "Lehrlingsbua" im Geschäft und denkt nicht an Umzug.

Ein Uhrmacher kämpft für sein Geschäft. Statt dessen soll in zukunft aber ein Wohnhaus stehen.

PRADL (acz). Es ist der Kampf "David gegen Goliath": Der Pradler Uhrmacher Mario Loidold ("Zeitspecht") will sein Geschäft nicht räumen, die Stadt hat jedoch das Interesse, auf dem Grundstück neue Wohnungen zu bauen. Am Grundstück – Eigentum der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) – an der Ecke Hunoldstraße-Amraser Straße hängt der Haussegen aber schon länger schief. Mario Loidold – einer der wenigen aktiven Uhrmacher Innsbrucks – hat seine Werkstatt schon seit fast dreißig Jahren hier. 2014 überschwemmte ihn ein Wasserschaden – das STADTBLATT berichtete – zahlen wollten am Ende weder die IIG noch die Caritas, die damals als Mieter den Schaden verursachte.


Pläne für neues Gebäude

Zusätzlich Öl ins Feuer gießt nun jener Architekturwettbewerb, der kürzlich für die Bebauung des Grundstücks abgehalten wurde: Entstehen soll statt des alten Gebäudes ein modernes, mehrstöckiges Haus mit 42 städtischen Wohnungen. Betroffen von diesen Entwicklungen ist nicht nur das Uhrengeschäft, sondern auch die Eisgrotte, in der seit zirka 50 Jahren in der Hunoldstraße Eis verkauft wird. Geschäftsführer Rudolf Loferer zu der Causa: "Wir sind momentan mitten in Verhandlungen mit der Stadt Innsbruck und ich kann daher noch nicht sagen, wie es mit der Eisgrotte an diesem Standort weitergeht."



Uhrmacher will alle Karten ausspielen

Loidold hingegen weiß ganz genau, dass er nicht ausziehen will: "Es geht mir nicht um Geld. Die Umgebung hier ist, wie eine Familie für mich. Die Leute kennen mich, ich habe viel Arbeit und bin bis zu zwei bis drei Jahre schon komplett ausgebucht", sagt er kämpferisch. Daher sieht er auch keine Alternativlösung und will alle rechtlichen Schritte, die sein unbefristeter Mietvertrag ermöglicht, setzen.
Franz Danler, Geschäftsführer der IIG: "Wir haben Herr Loidold schon vieles angeboten. Einen neuen Standort, aber auch eine Entschädigung. Bisher konnten wir uns nicht einigen. Ich bin aber zuversichtlich, dass dies in Zukunft noch geschehen wird." Er weist darauf hin, dass man sich mit den anderen 12 Parteien, die im Haus untergebracht waren, schon einvernehmlich einigen konnte und bis auf den Uhrmacher das Gebäude nun leerstehe.
Loidold ist von einer Alternative nicht zu überzeugen:

"Ich habe in den letzten drei Jahren vieles erlebt. So oder so wollte man mich dazu zwingen, das Haus zu verlassen. Kein Politker steht aber über dem Mietvertrag",

meint er und findet auch in der neuen Plattform Bürgerinitiative Unterstützung. "Gemeinsam sind wir stark", ist er sich sicher. IIG-Chef Danler erklärt die künftigen Optionen: "Wenn wir zu keiner Einigung kommen, werden wir einen Interessenbescheid bei der Behörde einleiten. Dadurch wird definiert, dass öffentliches Interesse daran liegt, dass das neue Gebäude gebaut wird." Im Grunde würde das bedeuten, dass der Uhrmacher enteignet wird.
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