19.07.2016, 11:31 Uhr

Rumer Alm: "Viel Arbeit für wenig Geld"

Die Rumer Alm ist ein beliebtes Ziel für viele Radfahrer aus der Umgebung.

Rumer Alm: Der aktuellen Pächterin fällt der Abschied leicht. Die Nachfolge wird demnächst entschieden.

"Es ist viel Arbeit für wenig Geld", erklärt Angelika Gundolf, die seit 2012 gemeinsam mit Claudia Gundolf die Rumer Alm pachtet und nicht nur den Gastrobetrieb schmeißt, sondern auch die 25 Stück Vieh betreut. Nun reicht's ihr, denn wie die frischgebackene Mutter sagt: "Ich will mein Kind nicht zur Adoption freigeben." Auch wenig Glück mit dem Wetter soll eine große Rolle gespielt und die Pächterin davon überzeugt haben, dass das Almleben doch nichts für sie ist. Die nächsten möglichen Pächter stehen aber schon vor der Tür.


Fünf Personen

Am 8. Juli ging die Bewerbungsfrist zu Ende: Insgesamt haben sich fünf Personen in der Rumer Gemeinde für die Pacht ab 2017 angemeldet. Wer der Gewinner sein wird, steht nach einer Vorstellungsrunde der einzelnen Bewerber bei der Gemeindevorstandssitzung – voraussichtlich Ende Juli – fest.


In Zukunft auch freitags geöffnet

Der für die Verpachtung verantwortliche Amtsleiter Klaus Kandler führt die Anforderungen eines guten Pächters aus: "Idealerweise hat die Person schon Erfahrung im Almbetrieb oder der Gastronomie. Sie muss uns ihre Vorstellungen für die Führung der Alm klarmachen: Ob Bioprodukte angeboten werden sollen, wie der Küchenablauf oder der Service funktionieren wird, wie sie sich die wirtschaftliche Situation vorstellt und wie und wann die Alm geöffnet sein soll." Auch stellt Kandler beim BEZIRKSBLÄTTER-Gespräch klar: "Wir waren nie glücklich mit der aktuellen Öffnungszeit, daher wird die Öffnungszeit von Freitag bis Sonntag künftig vertraglich verankert sein." Zurzeit ist die Alm am Donnerstag und Freitag geschlossen (außer an Feiertagen).


Preis nicht öffentlich

Den Preis für die Fixpacht will Kandler nicht kundtun: "Die Bewerber wissen Bescheid, der Preis ist noch Verhandlungssache." Er ist sich aber auch sicher, dass die Kosten für die Pacht vertretbar sind: "In den letzten Jahren wurde viel investiert. 800.000 Euro stecken im neuen Kanal-, Wasser- und Stromanschluss. Auch die Küche musste um 70.000 Euro saniert werden. Das bedeutet eine große Aufwertung." So viel verrät er auf BB-Anfrage trotzdem: "Die Pacht liegt weit unter 100.000 Euro im Jahr".

"Den Spagat muss man schaffen"

Die Alm ist ganzjährig geöffnet und an schönen Sommertagen sehr gut besucht, an Tagen mit Schlechtwetter ist jedoch wenig los. Auch Kandler kennt die Problematik und meint: "Der neue Pächter muss den Spagat zwischen keinem Betrieb und 200 Gästen schaffen" – seiner Meinung nach muss man mit Leib und Seele dabei sein und schaden tut's auch nichts, wenn auch gleich die ganze Familie aushelfen kann.
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