05.10.2016, 11:34 Uhr

"Wir Künstler sind ja alle ein bisschen verrückt"

Mike Stern (l.) und Gino Giuliani mit dem Gemälde "Jüdische Geschichte".

Der in Innsbruck lebhafte Gino Giuliani bezeichnet sich als Entdecker: Auch Mike Stern – einen eigenköpfigen Maler – will er groß herausbringen.

INNSBRUCK (acz). Der in Innsbruck lebhafte Gino Giuliani bezeichnet sich als Entdecker: Auch Mike Stern – einen eigenwilligen Maler – will er groß herausbringen und will, dass ihn das Publikum kennenlernt.

"Größer als Picasso"

Mike Stern hat eine Vision. Der Osttiroler Maler, der von einem Innsbrucker (Gino Giuliani) unterstützt wird, will ein "Weltbild" schaffen. Dafür schläft er im Freien, beobachtet die Menschen, die Natur, die Tierwelt. Er ist ständig unterwegs und verarbeitet in seinen Bildern und Kunstwerken Themen wie Ungerechtigkeit, Missbrauch und Kriege. In einer Kutte, mit einem Stock und einem mehrfarbigen "Zauberwürfel" um den Hals ist er nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein extrem schräger Vogel. "Wir Künstler sind ja alle ein bisschen verrückt", erklärt er beim STADTBLATT-Gespräch. Eine echte Bleibe hat er nicht. Nach eigenen Erzählungen, wird er von seinen "Wohltätern" versorgt. Seine Bilder verkauft er auch nicht: "Ich verschenke sie und nehme das, was ich bekomme." So zum Beispiel bleibt er öfters bei Giuliani, der großes Potenzial in dem 1969 geborenen Künstler sieht. "Er ist größer als Picasso", ist er sich ganz sicher.


Weltbild-Vision

Stern stellt seine Vision vor: Aus mehreren Stücken will er ein Gesamtbild – das "Weltbild" – kreieren. Jenes Stück, das auch die Reporterin zu Gesicht bekam, trägt den Namen "Jüdische Geschichte". Ein abstraktes Bild, welches gleichzeitig bunt und düster wirkt. Stern hat kein Atelier, kein Studio – er arbeitet im Freien, mit Mitteln, die ihm "unterkommen". Papierfetzen, Kreide, Buntstifte, Acryl, Ölfarben. Und er nützt jeden Fleck aus. Die Bilder haben eine Vor- und eine Kehrseite. Sein Weltbild wird aus 25-30 unterschiedlichen Gemälden bestehen und er wird sie zusammennähen. Acht Teile hat er schon fertig. Auch Innsbruck sieht er als ein Studium und lässt sich gerne inspirieren von der Wucht der Natur und den Menschen am Land. Jetzt geht er mit seiner Kutte und dem Stecken auf Reisen, rollt seine "Weltbild"-Teile zusammen und lässt sich auch von anderen Orten – Paris, Berlin, Italien – beeindrucken.
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