14.04.2016, 18:12 Uhr

Zaha Hadid wollte sich nicht einschränken lassen, sie wollte experimentieren.

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Zaha Hadid zählte zu den wenigen Architekten, deren Name global zur Marke wurde - und zu den ganz wenigen Frauen, die in dieser Branche Welterfolge feierte.


Hadid wurde 1950 in Bagdad geboren und besuchte dort eine von katholischen Nonnen geleitete Klosterschule, später ein Schweizer Internat.
Ihre irakische Heimat hatte Hadid schon früh verlassen und an der US-Universität von Beirut Mathematik studiert, bevor sie sich in London der Architektur zuwandte. Ihre Entwürfe wirkten bisweilen wie betretbare Explosionszeichnungen, mit kippenden Wänden, tanzenden Säulen und splitternden Dächern. 1988 wurde sie, noch ohne je etwas gebaut zu haben, in der Ausstellung "Deconstructivist Architecture" am New Yorker Museum of Modern Art (Moma) porträtiert.

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„Ohne auf meine vielen kompromissfreudigen Kollegen herabsehen zu wollen, aber das Kompromisse eingehen ist einfach nicht meine Art.“ Zaha Hadid
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Ihr Baustil und Design wird als "fließend" oder "kinetisch" beschrieben: Ihre Gebäude erwecken den Eindruck, als würden sie sich bewegen.
Mit mehr als 900 Projekten weltweit war Hadid nicht nur eine der meistbauenden, sondern auch eine der wichtigsten zeitgenössischen Architektinnen des 20. und 21. Jahrhunderts. 2004 wurde Hadid als erste Frau und jüngste Kandidatin mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, der als Nobelpreis für Architektur gilt.

Zu Hadids bekanntesten Bauten zählen das Rosenthal Center for Contemporary Arts in Cincinnati (2003), das Wissenschaftsmuseum Phæno in Wolfsburg (2005), das Maxxi-Museum in Rom (2010), das Opernhaus in Guangzhou (2010), das Riverside Museum in Glasgow (2011), das Heydar Aliyev Centre in Baku (2014) sowie das im vergangenen Sommer fertiggestellte Messner Mountain Museum in Südtirol. Das Museum „Corones“ in über 2.700 Meter Höhe ist teilweise unterirdisch, Hadid ließ den Berg dazu streckenweise aushöhlen.

Für die Tiroler Landeshauptstadt schuf Hadid zwei wesentliche Bauwerke: Während die Bergiselschanze bereits 2003 fertiggestellt wurde, ging die neue Hungerburgbahn Ende 2007 in Betrieb. "Beide Bauwerke überzeugen durch Wiedererkennung und herausragende Einzigartigkeit," würdigt Innsbrucks Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer die Verstorbene.

Zaha Hadid unterrichtete als Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
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