08.03.2016, 13:28 Uhr

Chancengleichheit darf nicht nur ein Schlagwort sein!

NRin Elisabeth Pfurtscheller zum Weltfrauentag: Chancengleichheit darf nicht nur ein Schlagwort sein! Gleiche Rechte – gleiche Chancen – gleiches Einkommen (Foto: VP-Frauen Tirol)

Elisabeth Pfurtscheller zum Weltfrauentag: Gleiche Rechte – gleiche Chancen – gleiches Einkommen

„Chancengleichheit von Frauen und Männern ist in keinem Land dieser Welt wirklich umgesetzt“, erklärt Landesleiterin der VP-Frauen NRin Elisabeth Pfurtscheller anlässlich des Internationalen Frauentages. Die Lebenswirklichkeit von Frauen müsse nachhaltig verbessert werden.

Gehaltsunterschiede sichtbar machen

Frauen sind inzwischen genauso gut qualifiziert wie Männer, allerdings seien ihre beruflichen Chancen und Gehälter schlechter als die der Männer, so Elisabeth Pfurtscheller. Diese Schere wurde in Untersuchungen mehrmals belegt, allerdings - je nach Studie - sind die Unterschiede verschieden hoch.
Nach Statistik Austria - aus dem Jahr 2014 - verdienen Frauen 18 Prozent weniger als Männer. Dieses Einkommen bezieht sich allerdings auf das Einkommen von Vollzeitbeschäftigten. Die Eurostat spricht - für den gleichen Zeitraum - von einer Schere von 22,9 Prozent. Diese Untersuchung vergleicht die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne.

Österreich im europäischen Vergleich

Österreich liegt im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz. Nur in Estland ist der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen noch höher. Der Europäische Durchschnitt liegt bei 16,1 Prozent. Hier seien jedoch dringend vergleichbare Messwerte notwendig. Auch Maßnahmen zur Verringerung des Einkommensunterschiedes müssen ergriffen aber auch hinterfragt werden.

Maßnahmen zur Überbrückung der Gehaltsschere

Seit der Einführung der Einkommensberichte 2011, habe sich der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen nur um 1,5 Prozent verringert, so Pfurtscheller. Es brauche greifbare Maßnahmen zur Umsetzung des Regierungsprogramms „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit – Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt“.

Gründe für die Gehaltsunterschiede

Frauen arbeiten häufig in niedrig entlohnten Branchen und Berufen. Sie haben öfter längere, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen mit einem Wiedereinstieg in Teilzeit. Aus diesen Gründen fordern die ÖVP-Frauen, die Anrechnung von Karenzzeiten bei den Gehaltsvorrückungen in allen Kollektivverträgen zu verankern.

Aufhebung der Unterschiede bei den Pensionen

„Diese Schlechterstellung können Frauen im gesamten Berufsleben nicht mehr aufholen. Das heißt, sie haben nicht nur ein geringeres Einkommen, sondern in der Folge auch eine geringere Pension.“, so NRin Elisabeth Pfurtscheller.
Ein erster Schritt zur Verbesserung bei den Frauenpensionen wurde beim Pensionsgipfel bereits gemacht. „Dennoch setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass vier Jahre pro Kind für die Pension angerechnet werden, und zwar nicht nur pensionserhöhend, sondern auch pensionsbegründend“, so Elisabeth Pfurtscheller.
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