25.08.2016, 15:12 Uhr

Drogendelikte sind in Tirol stark gestiegen

Jahres-Suchtmittelbericht 2015 zeigt, dass in Tirol die Suchtgiftkriminalität gestiegen ist. (Foto: A. Klementiev/Fotolia)

Das Ergebnis des Suchtmittel-Jahresberichts 2015 zeigt, dass in Tirol im Vergleich zum Vorjahr die Drogendelikte um rund 12 Prozent gestiegen sind.

TIROL. Seit 2003 erscheint jährlich der Suchtmittel-Jahresbericht des Bundeskriminalamts. Dieser gibt Auskunft über die aktuelle Lage der Suchtmitteldelikte in Österreich. Der Bericht für 2015 zeigt, dass die Drogendelikte in Tirol um 11,7 Prozent gestiegen sind.

Nordafrikaszene für zahlreiche Drogendelikte verantwortlich

Die Nordafrikaszene ist nicht mehr nur in Innsbruck alleine tätig, auch in den Bezirken Innsbruck-Land, Schwaz und Kufstein verkaufen sie vor allem Cannabisprodukte. „Laut Staatsanwaltschaft ist diese Gruppe für 2/3 aller Drogendelikte in Tirol (§ 28 SMG Delikte betreffend, Dealertätigkeiten) verantwortlich, so FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger. Um diesem Problem Herr zu werden stellte die FPÖ-Fraktion einen Antrag im Tiroler Landtag in Bezug auf einen Maßnahmen-Katalog.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Suchmitteldelikte

Für Markus Abwerzger gibt es mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogendelikte in Tirol. Einerseits sei der Strafrahmen zu wenig hoch, um abschreckend zu sein. Der Strafrahmen umfasse derzeit eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Andererseits sei aber auch die Strafdrohung so gering, dass es nicht möglich sei, Personen in Untersuchungshaft zu nehmen.
Aus diesem Grund fordert die FPÖ Tirol Änderungen des Suchtmittelgesetzes, Änderungen von verwaltungsrechtlichen und bundesgesetzlichen Bestimmungen. Eine dieser Änderungen wäre die Verschiebung der Cannabis-Delikte vom Straf- ins Verwaltungsrecht.

Kampf gegen Drogenkriminalität muss weiter geführt werden

Auch für ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf steht fest, dass der Kampf gegen die Drogenkriminalität weiter geführt werden muss. Allerdings lehnt er die Idee der Verschiebung der Cannabis-Delikte vom Straf- ins Verwaltungsrecht ab. Das Cannabisgeschäft ist eines der wichtigsten Drogengeschäfte in Tirol. "Marihuana ist mittlerweile eindeutig die Triebfeder und Basis der österreichischen Drogenkriminalität. Es wäre deshalb ein fatales Signal, wenn man – wie von der FPÖ gefordert – den Handel mit Cannabis zu einem reinen Verwaltungsdelikt machen würde", so Jakob Wolf. Eine Drogenlegalisierung sei daher strikt abzulehnen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.