16.09.2016, 10:21 Uhr

Löhne in Tirol sind immer noch niedrig

Die Löhne in Tirol sind weiterhin niedrig. Es bräuchte dringend Maßnahmen, aber die Landesregierung sei untätig, so Gerhard Reheis.

TIROL. Die aktuelle Einkommensstatistik des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zeigt, dass in Tirol die Löhne weiterhin niedrig sind. mit 2.356 Euro brutto liegen die Löhne unter dem österreichweiten Schnitt und an vorletzter Stelle im Bundesländervergleich.

Die Löhne im Vergleich

Der Durchschnittsverdienst in Tirol liegt bei 2.356 Euro brutto im Monat. Der Österreichweite Lohndurchschnitt ist 2.479 Euro. In Tirol verdienen Männer im Schnitt 2.807 Euro brutto und Frauen nur 1.902 Euro. Vorarlberg ist das Bundesland mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen: Hier liegt der Monatslohn bei 2.613 Euro im Monat. In Tirol verdient man monatlich um rund 257 Euro weniger. Das Problem ist seit Jahren bekannt, die Landesregierung bleibt untätig, so Gerhard Reheis, Klubobmann der SPÖ im Tiroler Landtag. Die SPÖ fordert einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto.

Mehr Geld im Börserl ist die beste Wirtschaftsförderung

Gerhard Reheis ist überzeugt, dass es mit "mehr Geld im Börserl" auch der Wirtschaft besser gehen würde. Aus diesem Grund schlägt er mehrere Maßnahmen vor, um das Lohnniveau anzuheben:
  • Ausgaben für Forschung, Entwicklung Kreativität müssen erhöht werden, denn dadurch entstünden Innovation und attraktive gut bezahlte Jobs. Gleichzeitig stärkt dies den Wirtschaftsstandort Tirol.
  • Die ArbeitnehmerInnen brauchen eine starke, kompetente Vertretung in Form von Betriebsrat, Gewerkschaft, Arbeiterkammer und SPÖ

  • SP-Frauenvorsitzende Selma Yildirim setzt sich für die Beseitigung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern ein. Für sie würden folgende Maßnahmen greifen:
  • Ganzjährige Vollzeitarbeitsplätze, Bewusstseinsbildung oder Ausschreibung von Ganztagsstellen zuerst für Teilzeitarbeitskräfte im Betrieb
  • Frauenbranchen müssen besser entlohnt und unbezahlte Arbeit aufgeteilt werden.

  • Es braucht Initiativen gegen die Landflucht
  • Kinderbetreuung muss ausgebaut werden und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden.

Liste Fritz will Landtagsinitiative vorbereiten

Zur Aufhebung der Einkommensschere - Frauen in Tirol verdienen rund 48% weniger als Männer - setzt sich die Liste Fritz mit den Frauensprecherinnen der anderen Landtagsparteien in Verbindung. Gemeinsam soll eine Landtagsinitiative vorbereitet werden. Zunächst soll eine seriöse und unabhängige Studie, die die unterschiedlichen Gründe für diese Gehaltsunterschiede bei den Tiroler Frauen aufzeigt, in Auftrag gegeben werden. Auf dieser Basis sollen kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen dagegen erarbeitet werden, so Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Gemeinsam mit der Liste Fritz-Abgeordneten Isabella Gruber kritisiert auch sie die Untätigkeit der Tiroler Landesregierung: "Es genügt mir nicht, alljährlich am Frauentag salbungsvolle Worte zu hören, aber den wirklichen Ursachen nicht auf den Grund zu gehen und keine Maßnahmen gegen die Einkommensschere zu setzen." Über die Parteigrenzen hinaus soll dieses Problem angegangen und gemeinsam politische Initiativen gesetzt werden.
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