25.03.2016, 10:07 Uhr

Luftqualität soll mit einer höheren LKW-Maut weiter verbessert werden

LHStvin Ingrid Felipe: „Wollen Trendwende beim Transit schaffen“ (Foto: Land Tirol/Berger)

Nach Einführung des Luft-100ers soll nun der LKW-Transit verringert werden. Eine der Maßnahmen ist das sektorale Fahrverbot. Eine weitere ist die Kostensteigerung bei der Maut.

TIROL. Nach der Einführung des Luft-100ers sind nun weitere Maßnahmen geplant, um die Luftqualität in Tirol weiter zu verbessern. Geplant ist die Verringerung der LKW-Fahrten auf den Tiroler Straßen. „Wir versuchen als Land, unseren politischen Spielraum zur Transit-Reduktion bestmöglich zu nutzen. Dieser Spielraum ist aber zwischen der europäischen Frächterlobby und der Mautpolitik der österreichischen Bundesregierung leider sehr beschränkt“, sagt die Tiroler Umweltlandesrätin Ingrid Felipe heute.

Sektorales Fahrverbot und weniger ältere LKW auf Tirols Autobahnen

Eine der Maßnahmen zur Verminderung der Luft- und Lärmbelastung ist das sektorale Fahrverbot für LKW. Dieses gilt auf über 120 Kilometern des Tiroler Autobahnnetzes. Es tritt voraussichtlich ab 1. Oktober in Kraft. Ab 2018 soll das sektorale LKW-Fahrverbot erweitert werden: Der Transport bestimmter Güter wird für alle LKW-Klassen - auch für schadstoffarme Klassen - verboten. Man schätzt, dass dadurch um 10% weniger LKW (200.000 Fahrten pro Jahr) auf Tirols Autobahnen unterwegs sein werden. Gleichzeitig werden schrittweise ältere LKW-Modelle von den Autobahnen verbannt.

Brenner wird besonders häufig für den Transit genutzt

Der Jahresbericht 2015 der Initiative iMonitraf zeigt, warum der Brenner für LKW der attraktivste Alpenpass ist. Am Brenner ist der Schienenanteil nach dem Wegfall des sektoralen LKW-Fahrverbots wieder auf unter 30 Prozent gesunken. Vorher lag er bei knapp 35%. Im Jahr 2010 ist das sektorale Fahrverbot durch ein EuGH-Urteil aufgehoben worden. Am Gotthardpass (Schweiz) werden knapp zwei Drittel aller Transporte über die Schiene abgewickelt.

Transit über den Brenner ist mit Abstand am günstigsten

Anfallende Maulkosten bei den verschiedensten Grenzübergängen:

    Brenner-Maut - 314 km Autobahnstrecke
  • LKW der Euro-Klasse 2: 138 Euro.
  • Euro-Klasse 5: 126 Euro.

  • Maut am Gotthard - 176 km Autobahnstrecke
  • LKW der Euro-Klasse 2: 181 Euro.
  • Euro-Klasse 5: 133 Euro.

  • Fréjus-Pass - 154 Kilometer Autobahnstrecke
  • LKW der Euro-Klasse 2: 360 Euro.
  • Euro-Klasse 5: 343 Euro.

Auch die günstigen Dieselpreise machen die Brennerroute attraktiver. In Österreich hat sich der Preis für Diesel in den letzten Jahren kaum verändert. In der Schweiz und in Italien ist dieser jedoch deutlich teurer geworden.

Studie mit Alternativen zur Autobahn-Vignette

Ende April findet in St. Pölten die Konferenz der VerkehrsreferentInnen aller Bundesländer statt. Bei dieser Konferenz wird eine Studie vorgestellt, die Alternativen zur Autobahn-Vignette aufzeigt. Andere Themen bei dieser Konferenz sind die flächendeckende LKW-Maut und die Abschaffung des Dieselprivilegs. Derzeit wird Diesel gegenüber dem Benzin um 8,5 Cent pro Liter steuerlich begünstigt. Bei dieser Konferenz erhofft sich Ingrid Felipe Unterstützung von der österreichischen Bundesregierung. Diese ist unter anderem notwendig um das Dieselprivileg aufzuheben.

Initiative iMonitraf

In der Initiative iMonitraf haben sich mehrere Organisationen, Länder und Umweltagenturen aus Tirol, der Schweiz, Frankreich und Italien zusammengeschlossen. Diese Initiative untersucht gemeinsam die Auswirkungen des Verkehrs im Alpenraum. Anschließend sollen Maßnahmen zur Verminderung negativer Auswirkungen entwickelt werden.

Weitere Themen

Weitere Maßnahmen zur Luftverbesserung beschlossen
LH Platter - Tempo 80 auf Tirols Autobahnen kommt nicht in Frage
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.