30.05.2016, 08:33 Uhr

Maßnahmen zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung

Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg traf sich mit seinem Vorarlberger Amtskollegen Christian Bernhard (li.) zu einem Arbeitsgespräch in Bregenz. (Foto: Land Vorarlberg)

Vorarlberg und Tirol setzen sich für eine bessere hausärztliche Versorgung, ein Lehrpraxenmodell und die Medical School in Tirol ein.

TIROL/BREGENZ. Bei einem Arbeitstreffen besprachen Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und der Vorarlberger Gesundheitslandesrat Christian Bernhard die Notwendigkeit einer österreichischen Gesundheitsreform. Wichtig sei die Stärkung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich. Auch die Abstimmung zwischen Krankenhaus- und niedergelassenem Bereich müsse verstärkt werden.

Lehrpraxenmodell - Motivation für angehende Allgemeinmediziner

In Vorarlberg ist das Modell der Lehrpraxen schon länger Teil der medizinischen Ausbildung für die Allgemeinmedizin. Es gibt fünf Lehrpraxen in verschiedenen Vorarlberger Krankenhäusern. Pro Jahr stehen insgesamt sieben Ausbildungsplätze zur Verfügung. Während der Dauer der Lehrpraxis bleiben die LehrpraktikantInnen am Krankenhaus angestellt. Sie verbringen ihre Arbeitszeit teilweise im Krankenhaus und in den Lehrpraxen selbst. "Eine solche Ausbildung bietet eine verbesserte Grundlage, damit die gesundheitliche Versorgung im niedergelassenen Bereich auch in Zukunft von höchster Qualität sein kann, und soll Anreiz für Jungärztinnen und -ärzte sein, sich im niedergelassenen Bereich zu etablieren.", so Landesrat Christian Bernhard.

Stärkung des ambulanten Bereichs

Um den stationären Krankenhausbereich zu entlasten, wäre eine Stärkung des ambulanten Bereichs notwendig. Daher fordern die beiden Landesräte Tilg und Bernhard vom Bund rechtliche Rahmenbedingungen um die Primärversorgung im Krankenhaus und die fachärztliche Versorgung besser verknüpfen zu können. "Wir brauchen zeitgemäße Rahmenbedingungen für die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten untereinander, aber auch zwischen ÄrztInnen und anderen Gesundheitsberufen", konkretisiert LR Tilg seine Forderung.

In diesem Zusammenhang müsse auch die Abstimmung zwischen dem Krankenhaus und dem niedergelassenen Bereich weiter ausgebaut werden. "Gerade die qualitätsvolle Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen erfordert bessere Abstimmungen im Rahmen der Integrierten Versorgung. Für die qualitätsvolle Behandlung ist das Nahtstellenmanagement zwischen den Behandlungseinrichtungen ständig weiterzuentwickeln.", so LR Tilg. Eine dieser Möglichkeiten wäre beispielsweise ELGA (Elektronische Gesundheitsakte).

Medical School zur Ausbildung heimischer ÄrztInnen

Neben Südtirol unterstützt auch Vorarlberg die in Tirol geplante Medical School. "Das ist eine angemessene Antwort auf die sinkende Anzahl österreichischer Medizinstudierender an den heimischen Universitäten und die gleichzeitig deutlich steigenden Pensionierungen bei der Ärzteschaft", sagten die beiden Gesundheitspolitiker zu diesem zusätzlichen Medizinstudium. Gerade in dünn besiedelten, dezentralen Lagen sei die medizinische Versorgung älterer, mobilitätseingeschränkter Personen oft nicht ausreichend. "Die zusätzliche Tiroler Ärzteausbildung bietet eine neue Chance, der großen Herausforderung einer wohnortnahen medizinischen Versorgung erfolgreich zu begegnen", so Bernhard Tilg.

Basis für die Entwicklung des zusätzlichen Medizinstudiums in Tirol ist die fachliche Expertise der Medizinischen Universität Innsbruck, der Universität Innsbruck, der UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, der Spitäler und Lehrkrankenhäuser. Die Ausbildung soll im Studienjahr 2018/2019 starten.
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