04.04.2016, 11:22 Uhr

Privater Wohnraum für schutzsuchende Menschen gesucht

Präsentierten die Kampagne zum privaten Wohnraum für schutzsuchende Menschen v.li.: Yamen Abdulhameed (Freedomseekers), Irene Pilshofer (Plattform Rechtsberatung), LRin Christine Baur, Michael Kerber und David Geiger (beide Diakonie Flüchtlingsdienst). (Foto: Land Tirol/Sax)

Tirols Soziallandesrätin unterstützt Kampagne der Plattform Rechtsberatung, des Diakonie Flüchtlingsdienstes und der Freedomseekers

Privater Wohnraum für schutzsuchende Menschen

TIROL. „Angesichts des großen Bedarfs an Unterkünften für schutzsuchende Menschen stehen wir vor einer Herausforderung, der mit unterschiedlichen, sich nicht ausschließenden Strategien begegnet werden muss“, betont Soziallandesrätin Christine Baur. Je größer die Anzahl der Lösungsmöglichkeiten desto flexibler könne agiert werden. Diese Lösungsmöglichkeiten können größere Quartiere der Grundversorgung, aber auch kleine, private Unterkünfte sein.

Initiative zu privatem Wohnraum

Die Initiative Plattform Rechtsberatung, die Diakonie Flüchtlingsdienst und die Freedomseekers haben eine Campagne für privaten Wohnraum gestartet. Mit Hilfe dieser Campagne soll schutzsuchenden Menschen zu privatem Wohnraum verholfen werden. „Im Rahmen der Kampagne wollen wir Tirolerinnen und Tiroler ermutigen, für Flüchtlinge Zimmer bei Familien, in WGs oder auch Wohnungen zur Verfügung zu stellen“, skizziert Irene Pilshofer von der Plattform Rechtsberatung die Initiative.

Gelebte Integration und gegenseitiges Verständnis

„Schutzsuchende Menschen privat unterzubringen bietet die wertvolle Möglichkeit des intensiven Kennenlernens, der gelebten Integration und verhilft auch zu einem vertieften gegenseitigen Verständnis“, so Yamen Abdulhameed von den Freedomseekers. Immer wieder gäbe es positive Beispiele, wie beispielsweise eine Familie aus Strengen. Dort hat eine Familie eine irakische Familie aufgenommen.

Vermittlung durch die Diakonie Flüchtlingsdienst

Die Vermittlung von privaten Wohnraumangeboten erfolgt über die Diakonie Flüchtlingsdienst. Interessierte können eine Beschreibung des angebotenen Wohnraums per Mail an die Diakonie senden. Darin soll stehen, wie groß das Zimmer oder die Wohnung ist, wie viele Räume gemeinsam und wie viele getrennt benutzt werden. Wichtig sind auch Details wie Möblierung, Verkehrsanbindung oder eventuelle Unterstützungsangebote, zum Beispiel Deutschkurse. Notwendig sind auch Angaben darüber, wie lange dieser Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann. Bei der Diakonie Flüchtlingdsdienst werden die Unterbringungsangebote in einer Datenbank gespeichert und dann vermittelt.

Die Diakonie kümmert sich dann auch um die Abmeldung der Flüchtlinge in den Heimen bzw. Verteilerzentren. Auch Kennenlerntreffen werden - auf Wunsch - vorab organisiert. Für die Quartiergeber fallen keine Betreuungspflichten an.

Nachteil - niederer Mietzuschuss

Ein Nachteil besteht jedoch im niederen Mietzuschuss. Dieser beträgt für eine Einzelperson maximal 120 Euro sowie bei Familien max. 240 Euro. Daher dürfte die Anzahl der privat vermittelten Wohnräume eher gering bleiben.

Kontakt

Diakonie Flüchtlingsdienst
Wohnberatung Tirol
Müllerstraße 7
6020 Innsbruck
Tel.: 0664 8421111
wohnberatung.tirol@diakonie.at
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