19.09.2016, 21:15 Uhr

Sozis versinken im Sumpf der Intrigen

"Im Keller" tagte die SPÖ – dort, wo die Umfragewerte sind.

Parteichef Ingo Mayr ist bald Geschichte. Eine interne Revolte brachte ihn zu Fall. Nun soll es Elisabeth Blanik "richten".

Elisabeth Blanik ist möglicherweise bald die neue Chefin der SPÖ Tirol und Oppositionsführerin im Tiroler Landtag. Die Weichen dafür hat der Landesparteivorstand in einer Krisensitzung am vergangenen Montag gestellt. Doch so reibungsfrei, wie es der scheidende Parteichef Ingo Mayr und seine "Möchtegern"-Nachfolgerin darzustellen versuchen, lief dieser Führungswechsel nicht.

"Nein" zu Gasteiger

Mit ihrem angekündigten Rücktritt als Abgeordnete löste LA Gabi Schiessling vergangene Woche den Wirbel aus. Sie wollte ihr Mandat zur Verfügung stellen, um Mayr einen Sitz im Landtag und damit eine breitere Profilierungsfläche vor der Landtagswahl zu geben. Der Haken an der Sache war nur, dass alle Kandidaten der letzten Wahl, die auf der Liste vor Mayr gereiht waren, auf ihr Anrecht hätten verzichten müssen. "Die Rückmeldung aus meinem Bezirk war klar. Ich soll nicht auf das Mandat verzichten", betont Klaus Gasteiger – der Erste, dem ein frei werdendes Mandat zustehen würde. Diese Weigerung Gasteigers, eine Verzichtserklärung zu unterzeichnen, führte zu Plan B. Dieser sah vor, dass auch LA Gerhard Reheis aus dem Landtag ausscheidet und sowohl Gasteiger als auch Mayr nachrücken können. Doch dieser Plan scheiterte grandios. Die parteiinternen Feindschaften gegen Gasteiger gingen so weit, dass die SPÖ lieber ihren Parteichef fallen ließ, als Gasteiger ein Mandat zuzuerkennen.

Stadtpartei "stinksauer"

Hinter verschlossenen Türen soll aber auch am Montag beim Landesparteivorstand heftig gestritten worden sein. "Ich lass mich von der Landespartei nicht vorführen", poltert Stadtparteichef Helmut Buchacher, der unumwunden zugibt, dass er bei der Krisensitzung "laut" wurde. "Dieses Schauspiel ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Ich werde in dieser Sache einen Stadtparteivorstand einberufen, um über die weitere Vorgangsweise zu beraten. Möglicherweise wird die Stadtpartei, als mit Abstand stärkster Bezirk, einen Gegenkandidaten zu Blanik aufstellen", droht Buchacher.
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