Spott und Häme für Klo-Ehrung

Die Inszenierung der Altstadt-Toilette durch Oppitz-Plörer und Gostner mutet seltsam an.

Nein, es war nicht „versteckte Kamera“! Vergangene Woche wurde eine Toilettenbesucherin geehrt.

Der Volksmund sagt den Politikern ja schon lange nach, jeden Sch... für Publicity zu nutzen. So als ob sie beweisen wollte, dass diese Gerüchte nicht von ungefähr stammen, ehrte vergangene Woche die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer gemeinsam mit dem Obmann des Tourismusverbandes, Karl Gostner, die 10.000ste Besucherin der Toilette in der Altstadt – mit Blumen, Trara und medienwirksamer Fotosession. Die Szenerie, welche sich Anfang vergangener Woche ereignete, und in ihrer Skurrilität locker mit den abstrusesten Bildern aus einem Mitterer-Roman mithalten kann, ist seit ihrer Veröffentlichung das humoristische Stadtgespräch zum Jahresende.

Ob sich Gostner und Oppitz-Plörer mit dieser Aktion selbst für die goldene Klobürste für Verdienste um die „Bedürfnisse“ der Bürger nominieren wollten, ist unklar. Tatsache bleibt, dass die Opposition ihren Spott kübelweise über die beiden ergießt.

„Ein neues Niveau erreicht“
Grün-StRin Sonja Pitscheider wollte ihren Augen nicht trauen, als sie den Bericht über diese Ehrung zum ersten Mal sah. „Damit ist ein neues Niveau erreicht – aber im negativen Sinn“, spottet Pitscheider. „Allerdings passt es nahtlos in eine Reihe von skurrilen Aussendungen und Publikationen. Offensichtlich ist das auch der Grund, warum sich Oppitz-Plörer gegen die Neugestaltung des ‚Innsbruck Informiert‘ wehrt. Schließlich braucht sie eine Plattform, um derart wichtige Informationen weiterhin unter die Leute bringen zu können“, ätzt die grüne Frontfrau.

„Aber keine Zeit für RAI“
Wenig amüsiert, aber umso mehr erbost, zeigt sich GR Rudi Federspiel über die jüngste „Kackophonie“. „Wenn man weiß, dass sich die Bürgermeis­terin entschuldigen ließ, als die italienische RAI eine einstündige Dokumentation über Innsbruck drehen wollte, die in ganz Italien ausgestrahlt wurde, kann man sich nur noch wundern! Was hier passiert, ist inzwischen nur noch lächerlich. Da wird der 10.000ste Klobesucher geehrt, dabei sollte diese Form der Infrastruktur gerade in einer Tourismusstadt eine Selbstverständlichkeit sein“, ärgert sich Federspiel.
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bernold dörrer aus Mils am 28.12.2011 um 10:49 Uhr  
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