31.03.2016, 08:17 Uhr

Viel Arbeit und wenig Lohn ist für Frauen in Tirol weiter Realität

Viel Arbeit und wenig Lohn ist für Frauen in Tirol weiter Realität. (Foto: grafikplusfoto/fotolia)

Gleichstellungsbericht des Landes spricht eine deutliche Sprache. Das Hauptproblem sind Teilzeit und die Vereinbarkeit von Familie und Karriere.

Frauen sind immer noch benachteiligt

TIROL. Für viele Frauen in Tirol ist die Situation weitaus schwieriger als für Männer. Dies wird im gerade präsentierten Gleichstellungsbericht des Landes Tirol deutlich. Von politischer Seite müsse einiges getan werden. Ausbau der Kinderbetreuung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, höhere Löhne, gerechtere Aufteilung der unbezahlten Arbeit, Neubewertung von Arbeit und gesellschaftliche Sensibilisierung seien die Hauptforderungen, so SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim und Frauensprecherin LA Gabi Schiessling.

Gründe für die Ungleichstellung

„Das liegt unter anderem am in Tirol immer noch vorherrschenden Gesellschaftsbild und der traditionellen Rollenaufteilung.", so Yildirim und Schiessling. Die Erwerbsquote der Frauen ist gestiegen. Allerdings sind die Frauen immer noch hauptverantwortlich für unbezahlte Arbeit wie Haushalt, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Aufgrund von Vereinbarkeitsproblemen arbeiten viele Frauen in Tirol nur Teilzeit. "Weniger als ein Drittel haben eine ganzjährige Vollzeitarbeit“, so Yildirim und Schiessling. In Tirol arbeiten Frauen insgesamt mehr als Männer, allerdings unbezahlt.

Politische Maßnahmen sind notwendig

Um diese Muster aufzubrechen, ist ein Umdenken notwendig. Hier muss die Politik Maßnahmen setzen, wie es in anderen Ländern auch geschieht. Schiessling sieht die Probleme in konservativen Denkmustern, die Heiraten und Kinder als Problemlösung sähen. "Es geht darum, Möglichkeiten für verschiedenste Lebensmodelle zu schaffen“, fordert Schiessling.

Niedrigere Erwerbsquote in ländlichen Bereichen

In entlegenen ländlichen Bereichen ist die Erwerbsquote von Frauen niedriger, die Arbeitslosigkeit und der Einkommensunterschied höher. Wenn am Land keine entsprechenden Lebensbedingungen vorherrschen, ziehen viele Frauen in die Städte. Dies ist für die Gemeinden problematisch. "Daher braucht es Möglichkeiten, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, Arbeitsplätze und mehr politische Partizipation von Frauen als Gestalterinnen ihres Lebensraumes“, so Yildirim.

Faktenbox
  • Mehr als die Hälfte der Tirolerinnen verdienen weniger als 1000,- Euro netto im Monat.
  • Im Bundesländervergleich liegt Tirol bei den Fraueneinkommen am letzten Platz.
  • Landeck hat die niedrigsten Fraueneinkommen.
  • Frauen bekommen nur 59% der Pension von Männern.
  • Die Armutsgefährdung bei alleinlebenden Frauen liegt bei 30 Prozent (bei Männern 13 Prozent).
  • Bei alleinerziehenden Frauen liegt die Armutsgefährdung bei mehr als 50 Prozent.
  • Die Einkommensunterschiede liegen zwischen Mann und Frau bei 21 und 46 Prozent - bei Vollzeit und ganzähriger Beschäftigung.

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