01.06.2016, 15:47 Uhr

Kontingentlösung gefährdet die Tourismusbranche

WKO-Vertreter üben scharfe Kritik an Sozialminister Stöger: Die Kontingentlösung für Saisoniers bringt die Tourismusbranche in Gefahr! (Foto: Pixabay/Designatic)

Sozialminister Stöger hat eine Verordnung erlassen, dass Sommer-Saisonarbeiter nur mehr angestellt werden dürfen, wenn sie schon die vergangenen zwei Jahre im Land gearbeitet haben. Nun gibt es einen offenen Brief an Sozialminister Stöger.

TIROL. Scharfe Kritik kommt von WKO-Vertretern an der neuen Kontingentlösung für Saisoniers. "Diese Verordnung bringt eine ganze Branche in Gefahr", so die Vertreter der WKO. Sie wenden sich in einem offenen Brief an Arbeits- und Sozialminister Alois Stöger.

Saisoniers sind wichtig für die heimische Tourismusbranche

„Saisoniers sind essentielle Leistungsträger der heimischen Tourismusbranche. Eine praktikable und dem Bedarf angemessene Lösung für deren befristete Beschäftigung ist somit von enormer Bedeutung. Vor allem für eine Branche, die so wesentlich zur heimischen Wertschöpfung und wirtschaftlichen Stärke beiträgt wie der heimische Tourismus“, so Franz Hörl Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes.

Neue Verordnung - Gefahr für den Tourismus

Die neue Verordnung besagt, dass ausländische Arbeitskräfte erst dann beschäftigt werden dürfen, wenn sie bereits zwei Sommersaisonen beschäftigt waren. In Tirol führt das dazu, dass von 217 eingelangten Anträgen 39 nicht mehr genehmigungsfähig sind. Dies entspricht einer Verringerung des Kontingents von knapp 20 Prozent.

Durch diese Verordnung wird ein verlässliches System gefährdet. Gleichzeitig führt dies dazu, dass - bei steigender Attraktivität des Sommertourismus - die Verfügbarkeit von geschultem Personal verringert wird, so Hans Peter Metzler, Obmann der Sparte Tourismus in Vorarlberg. Diese Einschränkungen würden die Qualität im heimischen Tourismus und den wirtschaftlichen Erfolg dieser Branche gefährden.




Offene Stellen zu besetzen ist oft schwierig

Auch das Argument, dass durch die Saisonarbeiter weniger Arbeitsplätze für heimische ArbeitnehmerInnen frei wären, bewahrheitet sich nicht. "Schon bisher war und ist es für viele Unternehmen in Tourismus und Gastronomie unmöglich, offene Stellen zu besetzen. Somit kann keinesfalls die Rede davon sein, dass die Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften als Saisoniers die Situation von heimischen Arbeitssuchenden negativ beeinflusst“, erklärt Siegfried Egger, WKO-Hotellerie-Fachverbandsobmann.

Offener Brief an Sozialminister Alois Stöger

Die Tourismusvertreter fordern die Rücknahme der Einschränkung der Vorbeschäftigungsregelung aus der Kontingentverordnung. Diese Praxis sei fern jeder Reralität. Selbst die Landesgewerkschaft der vida in Vorarlberg trägt die Forderung der Touristiker mit. Das Anliegen wird weiters unterstützt durch das Landesdirektorium des AMS Tirol (mit Vertretern von AK, ÖGB, IV und WK).

„Als Sozialminister müsste es auch Ihnen ein besonderes Anliegen sein, Beschäftigung zu schützen und zu fördern, anstatt sie durch nachhaltige Schwächung von Unternehmen zu gefährden“, richten Egger, Hörl, Ebner und Metzler ihren Appell direkt an den Sozialminister.

Offener Brief an Bundesminister Alois Stöger
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