11.07.2016, 00:11 Uhr

Nachhaltiges Banking auch in Österreich

Die Genossenschaft will ein Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen, dass es möglich ist etwas zu verändern. Veronika Falbesoner mit den Mitgliedern der Regionalgruppe Innsbruck

In Innsbruck eröffnet die Informationsfiliale für Österreichs erste ethische Alternativbank

INNSBRUCK: Eine ethische Bank ist eine Bank, die neben der Wirtschaftlichkeit auch auf soziale und ökologische Faktoren wert legt. In den so genannten Alternativ- bzw. Nachhaltigkeitsbanken werden z.B. Kredite nur an Unternehmen vergeben, die mit dem ethischen Konzept der Bank übereinstimmen. Ethische Banken sind in Europa keine Neuheit mehr. Es gibt sie in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland. Mit dem Projekt „Bank für Gemeinwohl“ soll nun auch die erste ethische Alternativbank in Österreich entstehen. Dabei soll eine Genossenschaft die zukünftige Bank tragen und das finanzielle Startkapital zur Verfügung stellen. Denn die Bank soll von den BürgerInnen Österreichs gegründet werden, anstatt von großen Financiers.

Das Projekt Bank für Gemeinwohl startete im Jahr 2010 und hat seinen Hauptsitz in Wien. Wer Genossenschafter werden möchte oder generell etwas über das Konzept der Bank für Gemeinwohl erfahren möchte hat nun auch in Innsbruck die Möglichkeit, sich persönlich Informationen einzuholen. Denn vergangenen Mittwoch eröffnete die Bank für Gemeinwohl ihre erste Informationsfiliale in Tirol in der Mariahilfstraße.

Als Auslöser für die Idee, eine nachhaltige Bank zu gründen, galt die Finanzkrise im Jahr 2008. Denn die Finanzkrise und der Bankencrash 2009/2010 führten zu einer zunehmenden Unsicherheit gegenüber den etablierten Kreditinstituten. In einer ATTAC Sitzung wurde in der Folge beschlossen, den so genannten „Bad Banks“ eine „Good Bank“ gegenüber zu stellen, indem man das Projekt Bank für Gemeinwohl startet.
Die Bank für Gemeinwohl will zurück zum ursprünglichen Bankgeschäft, und zwar Spareinlage, Kreditvergabe und Zahlungsverkehr. Nur steht hierbei nicht die Maximierung des Gewinns, wie etwa mittels hochriskanter Spekulationsgeschäfte, sondern die Maximierung des Gemeinwohls im Vordergrund. „Die Kreditvergabe soll nur an Projekte gehen, die in irgendeiner Form Gemeinwohl orientiert sind“ so Veronika Falbesoner, Koordinatorin der Regionalgruppe Innsbruck. Die Bank will nachhaltige Projekte, die sozial, kulturell und ökologisch den jeweiligen Regionen dienen, durch günstige Kredite fördern. Das Ziel dabei ist, auch diejenigen Projekte zu fördern, die bei anderen Banken keine Chance haben einen Kredit zu bekommen.
Die Bank für Gemeinwohl ist eine Alternative für Menschen, die wissen wollen, was mit ihrem angelegten Geld passiert, wert auf Transparenz und ethische Korrektheit legen und, die mit ihrem Geld soziale und ökologisch wertvolle Projekte fördern wollen. Deshalb kann diese als „Bioladen im Bankformat“ betrachtet werden, erklärt Veronika Falbesoner und hofft bald möglichst viele Gesellschafter werben zu können.
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