Vor 60 Jahren wurde Schwazer Ortsumfahrung realisiert
Die Älteren erinnern sich noch - vor 60 Jahren wurde das Projekt der Schwazer Stadtumfahrung am Inn entlang vom Schwimmbad bis zur Steinbrücke mit einem neuen Verbauungsplan für die Hausanrainer zum Inn hin konzipiert und realisiert.
Einerseits war die bis dahin steigende Nachkriegs-Verkehrsbelastung durch die Altstadt in der Innsbruckerstraße und über den Stadtplatz unerträglich geworden (1951); die Ausweiche Wirtschaftsweg am Inn mit Bäumen und noch mit Schotterbelag - ließ die Häuser täglich mit Staubwolken eindecken und andererseits bot das neue Umfahrungsprojekt mit ca. 963 Meter Länge endlich Hochwasserschutz durch eine neue Uferverbauung.
Das damals arge Hochwasser von 1948 saß noch lange in den Knochen der Schwazer - es verwandelte die Innenstadt in ein Klein-Venedig mit Schlamm-u. Wasser-Schäden entlang der gesamten Innsbrucker-Straße.
Die Wasserrechtlich Bewilligung des Umfahrungsprojektes mit Hochwasse-Schutzbauten beiderseits des Inns erfolgte schließlich im Februar des Jahres 1951.
Im Gemeinderat wurde in der Sitzung vom 30.12.1952 das Projekt Umfahrungsstraße mit Teilverbauungsplan beschlossen.
BEDENKEN UND GRUNDABLÖSEN
Etliche Bedenken gab es durch einen Anrainer-Einspruch im Jänner 1953, die großteils erfüllt wurden: Durch das Umfahrungsprojekt mit künftigem Wirtschaftsweg verloren Innseitig die Anrainer ab der Steinbrücke nach Westen bis zum Margreitnerplatz Obst- u. Gemüsegärten (Überegger, Zins, Klingenschmid), die Gasthausveranda vom Weißen Rössl (Lorenzetti), Werkstättenraum und Garten vom Kaufhaus Rainer, weiters den ursprünglichen Cafehaus-Garten von Josef Mayr (Museum), und beim Lechnerhaus den rückwärtigen Gewerbeaufbau sowie Gärtenflächen und Holzhütten bei Josef Brettauer.
Im Bereich der Zöhrer-Leistenfabrik und der oberen Archengasse fielen durch neue Uferbauten und Innverlegung Obstbaumreihen vom Stoixner zum Lorenzetti-Hof (Luise Wörle) zum Opfer. Der Lorenzettihof direkt am Inn (vor 1911 Hackh-Hof und noch früher im Besitz des Seifensieders Pfund) wurde ebenfalls abgerissen.
Die bei der Innverbauungs-Uferdeckwerk südseitig 1951 geplanten Podeste für Feuerlöschzwecke alle 100 Meter kamen nie zur Realisierung.
E. Lorenzetti
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