28.06.2016, 16:36 Uhr

Neuhaus am Klausenbach: Lernen ohne Schulglocke

Ein neues Unterrichtskonzept setzen die Lehrkräfte Karl Poglitsch, Rosemarie Lafer, Stefanie Kropf und Edith Gimpl (von links) in der 5. und 6. Schulstufe um.

Neue Mittelschule setzt auf schulstufen- und fächerübergreifenden Unterricht

Die Sorgen um den Weiterbestand der von der Schließung bedrohten Neuen Mittelschule (NMS) von Neuhaus am Klausenbach sind überstanden. Ab dem Schuljahr 2016/17 ist Neuhaus eine Außenstelle der NMS Jennersdorf. Nun kann sich die Schule auch inhaltlich auf neue Wege machen.

Lerninhalte und Schulstufen

Konkret geht es um den Unterricht für die 1. und 2. Klasse, der ab dem Herbst umgestellt wird. "Wir vernetzen sowohl die Lerninhalte als auch die beiden Schulstufen", erläutert Direktorin Rosemarie Lafer. Die beiden Schulstufen werden aber nicht gemischt, sondern nur zeitweise zusammengespannt.

Die Kinder können gemeinsam an Themen und Aufgaben arbeiten. Frontalunterricht, Einzel-, Paar- und Gruppenarbeitsphasen wechseln einander ab.

Keine 50-Minuten-Stunden

Auch der Zeitrahmen wird gelockert. "Es wird keine Schulglocke mehr geben", so Lafer. An die Stelle der 50-Minuten-Stunden treten individuelle Zeitrahmen. Kinder, die für eine Aufgabe länger brauchen, wechseln erst später in die nächste Unterrichtseinheit.

Damit der flexible Unterricht logistisch möglich wird, stehen den beiden Schulstufen drei bis vier Klassenräume im 1. Stock zur Verfügung. Drei bis vier Lehrkräfte übernehmen den Unterricht.

Thema statt Fach

Inhaltlich steht das Thema im Vordergund und nicht das Schulfach. Das Thema Märchen etwa wird in Deutsch, Werken, Zeichnen und Mathematik bearbeitet, die Fußball-EM in Geographie, Deutsch und Englisch.

"An Vorgaben wie der Stundentafel, den Schularbeiten, den Tests und der Benotung ändert sich nichts", versichert Lafer.

Mit dem neuen pädagogischen Gerüst zählt Neuhaus zu den Vorreitern im Burgenland. "Vergleichbare Konzepte gibt es derzeit nur Markt Allhau, Oberwart und Mattersburg", stellt Pflichtschulinspetorin Gerlinde Potetz fest. Bei einem Elternabend in Neuhaus fand das Konzept jedenfalls wohlwollende Aufnahme.
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