14.04.2016, 14:19 Uhr

Heiße Diskussionen über ein besseres Leben für Alle

Beyond Fairtrade - Warum richtig konsumieren nicht genug ist!

Fairer Handel


Mehr als 50 Menschen stellten sich auf Einladung von Südwind am Montag die Frage, was sie im Alltag tun können, um die Rahmenbedingungen für soziale und ökologische Gerechtigkeit zu verbessern. Der Konsum von Fairtrade Produkten ist die wohl bekannteste Möglichkeit. Estella Tschernutter vom Weltladen meinte dazu: „Als Verkäuferin sehe ich, dass Zertifikate den KonsumentInnen Sicherheit geben.“ Faire Zertifizierungen von Dienstleistungen wie Reisen oder in der Baubranche wäre ein weiterer Schritt in eine faire Richtung. Konrad Rehling von Südwind merkte jedoch an: „Fair trade, also der fairer Handel, wird im Alltag oft mit dem Fairtrade-Label gleichgesetzt. Man muss diese beiden Begriffe aber unterscheiden. Denn das Fairtrade-System wird das derzeitige globale Handelssystem nicht aufbrechen können. Es ist vielmehr eine Nische.“ Ein anderes Model ist Direct Trade. Charles Fürth erklärt: „Direct Trade wird dem Thema Beyond Fairtrade gerecht, denn es geht darum, den Handel möglichst direkt zu gestalten und Zwischenhandel auszuschalten.“ Da es jedoch keine Institution dahinter steht, basiert das Geschäft vor allem auf Vertrauen.

Engagement und Alternativen


Die Diskutierenden waren sich einig: den Handel fairer zu machen, müssen sich politische Rahmenbedingungen ändern. Die Gesetzgeber beeinflussen tagtäglich mit ihren Entscheidungen, in welche Richtung sich der Markt entwickelt. Dazu braucht es politisches Engagement und Vernetzung. Denn mit möglichst wenig schlechtem Gewissen zu konsumieren, ist hauptsächlich einer privilegierten Mittelschicht möglich. Für Natalie Plhak von Südwind spielen die Gewerkschaften eine wichtige Rolle, um faire und menschenwürdige Bedingungen in der Produktion zu garantieren: „In Europa sind Gewerkschaften weitestgehend selbstverständlich. Kolumbien jedoch, ist das Land mit den meisten Morden an GewerkschafterInnen.“ Alternativen wie Food-Coops - also Gruppen, die direkt bei regionalen Bio-Höfen ihre Lebensmittel beziehen - wurden ebenso diskutiert, wie das einfache NICHT-konsumieren. Ganz nach dem Motto: „Lustgewinn durch Konsumverzicht“.

Gutes Leben für Alle


Am Ende war eines klar: In der globalen Welt gibt es keine einfache Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Solange die Menschen so stark vom globalen Handel abhängig sind, unterliegen sie auch den von den großen Konzernen bestimmten Spielregeln. Ziel soll ein selbstbestimmtes Leben für alle sein, wie es auch die Konzepte „Gutes Leben für Alle“ und „Ernährungssouveränität“ vorschlagen.

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