25.05.2016, 14:14 Uhr

Sanierung des Volkskundemuseums: Neuer Glanz für altes Museum

Direktor Matthias Beitl macht auf die bröckelnde Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes aufmerksam.

Museumsdirektor Matthias Beitl weist auf die Dringlichkeit einer Generalsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes hin. Er möchte das Museum im Zuge einer Renovierung um einen Unicampus bereichern.

JOSEFSTADT. Derzeit ist die Ausstellung "SchwarzÖsterreich" ein Besuchermagnet im Volkskundemuseum und rückt das alterehrwürdige Gartenpalais Schönborn, in dem seit 1917 das Volkskundemuseum beheimatet ist, ins Auge der Öffentlichkeit. Und der fällt besonders der desolate Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes in der Laudongasse auf.

"Hier muss eine Gesamtsanierung durchgeführt werden. Dach, Fassade, Elektrik, Wasserleitungen - alles muss komplett erneuert werden", so Mathias Beitl, seit 2013 Direktor des Volkskundemuseums, zur bz. "Seit 1917 befindet sich das Volkskundemuseum im Palais Schönborn, also wäre 2017 ein gutes Jahr, um das Museum zu sanieren."

Kein staatliches Bundesmuseum

Doch warum führt das Volkskundemuseum, das als "Völkermuseum" 1895 in der Börse gegründet und auf die unterschiedlichen Völker der österreichisch-ungarischen Monarchie spezialisiert war, ein Schattendasein, während in Wien sämtliche Museen gut in Schuß gehalten werden? "Es handelt sich nicht um ein Bundesmuseum, sondern um ein Vereinsmuseum", erklärt Beitl. "Der Verein betreibt das Museum seit 1895 und es ist nie gelungen, es zu verstaatlichen. Ich bin auch kein Bundesmuseumsdirektor, sondern muss mich alle drei Jahre im Verein als Geschäftsführer bewerben."

Als Geschäftsführer hat Beitl in den vergangenen drei Jahren bereits einiges bewirken können, von einer erfolgreichen Neukonzeptionierung der Ausstellungen - die sich klar gegen unbewegliche Kulturkonzerne positioniert - bis zur Öffnung des Palaisgartens für die Öffentlichkeit, was einen Zulauf des Museumscafés zur Folge hatte. "Die Aufgabe eines Museums besteht darin, dass es ein öffentlicher Ort ist. Wir haben ihn wieder an die Öffentlichkeit zurückgegeben."

Uni-Campus mit Künstlerateliers

Nun steht die Gesamtsanierung des 1708 errichteten Gebäudes ganz oben auf der Liste von Matthias Beitl, der bereits eine klare Vorstellung von der Zukunft des Museums hat. "Das Museum wird vom Verein für Volkskunde betrieben, doch das Palais gehört der Stadt Wien. Wir sind aber vertraglich verpflichtet, der Erhaltungspflicht nachzukommen." Um die Sanierung finanzieren zu können, möchte Beitl die Liegenschaft in einen Campus verwandeln. "Da das Dach dringend saniert werden muss, könnte der Dachboden gleich ausgebaut und das Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien dort angesiedelt werden. Zusätzlich wäre Platz für vermietbare Künstlerateliers vorhanden - jeder, der halbwegs kulturell und bezirkspolitisch denkt, sieht, dass somit ein belebter Raum für die Öffentlichkeit geschaffen wird", so Beitl.

Bei der zuständigen MA 34/Bau- und Gebäudemanagement dürfte Beitls Plan auf Zustimmung stoßen: Laut Sabine Weingartner von der zuständigen Abteilung Bau- und Gebäudemanagement werden derzeit Konzepte abgestimmt und der technische Umfang sowie die Finanzierung einer Sanierung festgelegt.
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