26.08.2016, 12:04 Uhr

Wartberg treibt's bunt

Max Art
WARTBERG (mach): Bei Begriffen wie Street Art und Graffiti haben viele die New Yorker U-Bahn oder die Berliner Mauer vorm geistigen Auge: Mit einem Dorf wie Wartberg/Krems verbindet so mancher diese urbane Kunst auf den ersten Blick nicht. Schmucklose Feuerwände, Silos oder Betonwände bei Unterführungen, die darauf warten in bunten Farben zu erstrahlen, findet man aber auch hier.
Street-Art-Künstler motiviert die Möglichkeit mittels Spraydosen, Pinseln, Schablonen und Stickern, das eigene öffentliche Umfeld auf anarchistische und/oder kreative Weise visuell mitzugestalten und z.B. Baustellen, Mülltonnen, öffentlichen Toiletten einen neuen Charakter zu verleihen. Städte werden sich global immer ähnlicher, überall dieselben Filialen großer Handelsketten, Fastfood-Restaurants und Hochhäuser aus Glas und Beton – Street Art protestiert gegen diese von Architekten und Stadtplanern aufgezwungene (städtische-) Welt und versucht, mit individuellen Ausdrucksformen in das anonyme öffentliche Stadtbild einzugreifen.

„Von New York nach L.A., von L.A nach Wartberg“


Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums der Sportunion Wartberg ist es dem Team rund um Hermann Maurer, dem Obmann der Union, gelungen, diese großstädtische Kunst in die ländliche Gegend zu holen. Mit Nychos, einem gebürtigen Steirer, konnte ein Kapazunder der Graffiti-Szene an/aufs Land gezogen werden. Seine riesigen Anatomiestudien von Tieren sind sein Markenzeichen. Sie zieren Mauern in New York, San Francisco, Singapur, Sao Paulo und Wien. Und bald auch welche in Wartberg. Zusammen mit 15 anderen Künstlern wird er live vom 2.9. – 4.9. „grauen Eminenzen“, Containern, einem 3 Meter hohen Fußball aus Edelstahl, der größten Bierkiste der Welt und großen Stahlwänden am Festivalgelände im Rahmen des W-ART Festivals einen bunten Look verpassen.
Das Besondere an dieser Kunstform ist, dass sie auch von Leuten wahrgenommen werden kann, die sonst mit Kunst nichts zu tun haben. Die Straße ist quasi das Museum, die Motive besitzen oft eine Mehrdeutigkeit, die den Betrachter berühren, irritieren und zum Nachdenken anregen soll.

Ein Fest für die Sinne

Die Besucher erwartet ein Fest für die Augen - und auch die Ohren: der Künstler Max Art, ein Meister seines Faches, wird am Samstag Models mit Bodypainting verschönern – unter der musikalischen Begleitung von den Lausern, einer der besten Unterhaltungsbands aus Österreich.
Hermann Maurer findet das Brechen mit den Traditionen interessant: „ Auf den ersten Blick scheint es wenig Zusammenhänge zwischen Sport und Kunst zu geben. Doch Schwarz-Weiß-Denken ist längst passé. Es gibt kein Entweder/Oder. Menschen mit vielfältigen Interessen treffen aufeinander, tauschen sich aus und ergänzen sich.“
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und selber Farbe in das Grau des Mauern-Alltags bringen möchte, hat an diesem Wochenende die Möglichkeit, in Graffiti-Workshops die Kunst aus der Dose zu erlernen. Neben der Kunst kommen aber auch Spaß, Musik und Kulinarik nicht zu kurz. Mehr Infos zum kunterbunten 3-Tagesprogramm auch auf Facebook unter „W-Art Festival“.
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