26.04.2016, 13:10 Uhr

Neues „Family Center“ im LKH Kirchdorf

Oswald Schuberth, Gerhard Pöppl, Michaela Schwaiger, Monika Kaiblinger, Josef Hager (v.li.) (Foto: Weymayer)

Mit der Eröffnung des „Family Centers“ befindet sich alles, was die Familie angeht unter einem Dach: die Geburtshilfe, die Versorgung der Neugeborenen und die der Kinder- und Jugendlichen.

KIRCHDORF. Durch den Umzug in die neu gestalteten Räumlichkeiten wurden die Wege verkürzt und die Zusammenarbeit noch weiter optimiert. Einer der Vorteile für die Patienten und Eltern ist, dass es damit eine Anlaufstelle gibt.

Zukunftsprojekt des LKH Kirchdorf realisiert

Die Idee des Family Centers für das LKH Kirchdorf wurde vor Jahren als Zukunftsprojekt geboren. Im neuen Family Center sind die Geburtenstation sowie die Versorgung der Neugeborenen und die der Kinder- und Jugendlichen vereint – sowohl örtlich, als auch organisatorisch. „Ein Kompetenzzentrum mit 25 Betten, in dem die beiden Fachdisziplinen zusammenarbeiten, ist ein Meilenstein im Gesundheitswesen und wir freuen uns sehr, dass diese Vision nun realisiert werden konnte“, sagt der Ärztliche Direktor des LKH Kirchdorf Primar Oswald Schuberth. In Österreich gibt es nur wenige Zentren dieser Art. Alles was rund um Mütter und Kinder bis zum 18. Lebensjahr passiert, ist auf einer Station fachlich zusammengefasst. In Betrieb ging diese im März 2016.

Das neue Family Center befindet sich in den frisch renovierten Räumen der Station 2C im 2. Stock. Die beiden Abteilungen für Kinder und Jugendheilkunde und Geburtshilfe liegen unmittelbar nebeneinander, sind aber zur Vermeidung des Infektionsrisikos weiterhin durch eine Türe getrennt. Es wurde ein zweites modernes Untersuchungs- und Aufnahmezimmer für die Kinder- und Jugendlichen geschaffen – dies ermöglicht eine effizientere Versorgung und verkürzt Wartezeiten. Die kleinen Patient/-innen freuen sich über ein neues Spielzimmer und im neuen Stillzimmer finden Mutter und Kind die notwendige Ruhe. Im Patienten-Aufenthaltsraum können die frischgebackenen Eltern ihren Besuch empfangen.

Die räumliche Zusammenlegung bietet klare Vorteile

„Die Vorteile des Family Centers liegt klar auf der Hand“, ist Primar Gerhard Pöppl, Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendheilkunde, überzeugt. „Früher waren kranke Neugeborene, die auf der Kinderstation aufgenommen werden mussten, über mehrere Stockwerke von ihren Müttern getrennt. Jetzt brauchen die Mütter nur wenige Schritte gehen und sind schon bei ihrem Kind. Zudem sind die Kinderärzt/-innen nun viel näher am Kreißzimmer, womit im Notfall wichtige Minuten gewonnen werden. Falls ein Kind längerfristig versorgt werden muss, ist der Transportweg wesentlich kürzer, die Kinderstation ist gleich nebenan.“

Family Center und individuelle Geburtshilfe punkten


Im Vorjahr kamen im LKH Kirchdorf 514 Babys auf die Welt. „Die konstant hohe Geburtenrate zeigt das Vertrauen, das die werdenden Eltern in die Geburtenstation haben. Der Wahl der Geburtsklinik wird heute viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das zeigt auch die große Beliebtheit der Kreißzimmerbesichtigungen. Das neue Family Center wird diese Wahl zusätzlich positiv beeinflussen“, freut sich Oberarzt Josef Hager, Leitender Facharzt der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Besonderes Augenmerk wird in Kirchdorf, wie natürlich in der Vergangenheit auch schon, in die sehr individuelle Betreuung der Mütter bei der Geburt gelegt. „Wichtig ist, dass die Mütter vor der Geburt, bei der Geburt und darüber hinaus gut begleitet werden. Dafür sorgt unser bestens ausgebildetes Geburtshilfeteam“, so der Leitende Facharzt. “Darüber hinaus, wird durch die räumliche Situation am neuen Family-Center die interdisziplinäre Kommunikation - sprich die Abstimmung mit den KinderfachärztInnen - noch einfacher.“ Alles entscheiden ist, dass die frischgebackenen Mütter, deren Baby noch eine kinderärztliche Versorgung benötigen, jederzeit beim Baby sein können und damit auch die psychische Belastung etwas reduziert.

Vorreiter ist das LKH Kirchdorf bei den Wassergeburten. Dieses Angebot wird – wie kaum anderswo – sehr gut in Anspruch genommen, fast ein Drittel der Gebärenden nützen diese Geburtsform

Jetzt dürfen auch Väter nach einem Kaiserschnitt in den Aufwachraum

Als „Bonding“ bezeichnet man die sensible Phase nach der Geburt, in der die erste Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind stattfindet. „Die Förderung dieser Bondingphase nach einer Spontangeburt, aber auch nach einem Kaiserschnitt ist dem Geburtshilfe-Team im LKH Kirchdorf ein großes Anliegen.“, so die leitende Hebamme Monika Kaiblinger. Damit das grundlegende Bedürfnis nach Nähe durch einen Kaiserschnitt möglichst nicht behindet wird und Mütter, aber auch die Väter ihr Neugeborenes sehen, hören, riechen und den direkten Hautkontakt spüren können, wird die Möglichkeit des Bondings auch im Aufwachraum geboten. Seit kurzem können auch Väter mit dem Baby bereits im Aufwachraum in Kontakt sein während sie auf die Mutter warten. Dies unterstützt die sofortige Bindung von Eltern und Kind in den ersten Minuten.

Bewährte und beliebte Angebote rund um die Geburt werden fortgeführt
Für das Geburtshilfe-Team in Kirchdorf beginnt auch weiterhin die „Geburt“ bereits mit einer guten Vorbereitung. Dies spiegelt sich in den hohen Teilnehmerzahlen werdender Eltern bei den Geburtsvorbereitungskursen und den Vorträgen rund um die Geburt wider. Für Fragen rund um die Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit dem Neugeborenen, gibt es außerdem eine Baby-Hotline (Telefonnummer 050 55467-23775), die rund um die Uhr von Hebammen und Diplomkräften der Abteilung besetzt ist.

Aus zwei Teams wurde eines: Herausforderung und Bereicherung
Neu ist auch die Zusammensetzung des Teams des Family Centers, das aus Ärzten, Hebammen, Pflegekräften, Helfern und der Stationssekretärin besteht. Kranke Kinder werden weiterhin vor allem durch speziell ausgebildete Diplom-Kinderkrankenschwestern betreut.

„Wenn aus zwei Teams eins wird, ist das natürlich eine Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen, denn der Erfahrungsaustausch ist für alle eine Bereicherung an Wissen und Erfahrung“, sagt Michaela Schweiger, Stationsleiterin des Family Centers.

Ein Beispiel dafür ist das „Stillen“, eines der zentralen Themen im Umgang mit gesunden und kranken Neugeborenen darstellt. „Um den frischgebackenen Müttern beratend zur Seite stehen zu können, absolvieren alle diplomierten Pflegekräfte des Family Centers eine spezielle Stillausbildung“, so die Leiterin.

Fotos: gespag
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