22.03.2016, 14:22 Uhr

Regelmäßige Bewegung gegen Herz-Kreislauferkrankungen

Oberarzt Klaus Davogg vom LKH Kirchdorf (Foto: gespag)

Tipps für’s richtige Training vom Internisten: Oberarzt Klaus Davogg, LKH Kirchdorf

KIRCHDORF. Eines der größten gesundheitlichen Probleme unserer Zeit ist das zunehmende Übergewicht (Tendenz in allen Altersgruppen steigend). Übergewichtige haben zahlreiche Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (hohe Blutfette, hoher Blutdruck, gehäuft Zuckerkrankheit). Durch regelmäßige körperliche Bewegung ließen sich Herz-Kreislauferkrankungen sehr effektiv verhindern.

Nur durch gesunde Ernährung alleine (ohne körperliche Bewegung) ist man allerdings kaum in der Lage, dem Übergewicht Herr zu werden). Die meisten nehmen nach einer Diät relativ rasch an Körpergewicht wieder zu; kurzfristige Diäten machen daher keinen Sinn – nur eine langfristige Ernährungsumstellung. Daneben ist – wie bereits erwähnt – regelmäßige körperliche Bewegung unverzichtbar (52 Wochen im Jahr!), um das Körpergewicht stabil nieder zu halten.

Völlig untrainierte sollten zwei- bis dreimal pro Woche über ca. 20 Minuten mit der körperlichen Bewegung beginnen, der Umfang bzw. die Intensität sollte man in weiterer Folge nur alle sechs Wochen langsam steigern – bis 40- 60 Minuten 3-5x wöchentlich.

Ausdauersportarten am effektivsten

Hinsichtlich der Sportarten sind Ausdauersportarten am effektivsten, um überschüssige Kalorien abzubauen. Untrainierte können Nordic walken oder auch leichte Wanderungen bzw. Radtouren unternehmen, für Jüngere bzw. Trainierte bietet sich auch der Laufsport (längere Wanderungen oder Radtouren) an, im Winter Langlaufen bzw. ist auch das Schwimmen während des gesamten Jahres eine Alternative.

Vor Beginn jeglichen körperlichen Trainings ist bei Männern ab ca. 40 Jahren, bei Frauen ab ca. 50 Jahren eine gründliche medizinische Untersuchung angezeigt. Bei Rauchern sollte die Untersuchung bereits zehn Jahre früher erfolgen, zumal Raucher ein wesentlich höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen haben.

Leidet man bereits unter einer Herz-Kreislauferkrankung, kann regelmäßiges körperliches Training, verbunden mit der Wirkung der Medikamente, das Fortschreiten der Herzerkrankung deutlich vermindern (Bewegung ist allerdings kein Ersatz für Medikamente!). Körperliches Training senkt die Blutfette, den Blutdruck, die Pulsfrequenz, verhindert das Auftreten einer Zuckerkrankheit bzw. verbessert die Blutzuckereinstellung bei bereits zuckerkranken Patienten. Sportlich aktive sind zumeist Nichtraucher und ernähren sich gesünder.

Bei körperlichen Beschwerden, z.B. wiederholt auftretendem Druckgefühl auf der Brust bei körperlicher Belastung, darf kein körperliches Training begonnen werden. Auch bei schlecht eingestelltem Blutdruck bzw. Blutzucker ist vor dem Beginn eines Bewegungstrainings unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Ein weiterer Aspekt des körperlichen Trainings ist neben der positiven Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem die Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Durch den passiven bewegungsarmen Lebensstil entwickelt sich mit dem Alter eine zunehmende körperliche Schwäche, die durch Krankheiten und Operationen noch verstärkt werden kann. Die Folge ist eine frühzeitige Pflegebedürftigkeit, die sich durch regelmäßiges körperliches Training deutlich verringern lässt.
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