12.10.2016, 16:56 Uhr

Bundestierschutzpreis 2016: Auszeichnung der Jury geht an Branchenlösung für Bio-Legehennen

Stehend vlnr: Josef Troxler (Vorstand des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien), Dagmar Schratter (Direktorin des Tiergartens Schönbrunn), Gertraud Grabmann (Obfrau BIO AUSTRIA), Manfred Söllradl (GF Eiermacher GmbH), Susanne Fromwald (Vorsitzende des Tierschutzrats), Sabine Oberhauser (Bundesministerin für Gesundheit und Tierschutz). Kniend: Maggie Entenfellner (Tierecke Kronen Zeitung), Helmut Dungler (Stiftungspräsident Vier Pfoten). (Foto: BMGF)

Der Sonderpreis der Jury zum Bundestierschutzpreis 2016 geht an die österreichweite Branchenlösung für Bio-Legehennen, welche männlichen Küken das Überleben ermöglicht.

KREMSMÜNSTER. Das dahinter stehende und zum Tierschutzpreis eingereichte Projekt „Der Hahn, die Henne und das Ei“, das von der Eiermacher GmbH aus Kremsmünster angestoßen wurde, ermöglicht, dass in Zukunft nur mehr Bio-Eier von Bio-Legehennen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erhältlich sein werden, deren Brüder aufgezogen wurden. In Empfang genommen wurde der Preis im Rahmen der feierlichen Tierschutzpreisverleihung 2016 in der Tiergarten ORANG.erie Schönbrunn in Wien von BIO AUSTRIA Obfrau Gertraud Grabmann und Eiermacher-Geschäftsführer Manfred Söllradl.

„Ich freue mich sehr, dass die Jury dieses weit über die Grenzen Österreichs hinaus vorbildhafte Pionier-Projekt auszeichnet. Die Bio-Branchenlösung steht für nicht weniger als das Ende des Tötens von Eintagesküken in der Bio-Legehennen-Produktion in Österreich. Die Realisierung dieses Vorhabens stellt einen Meilenstein im Bereich des Tierschutzes dar. Die Bio-Landwirtschaft kann sich damit einmal mehr als Vorreiter im Bereich des Tierwohls hervorheben“, so Gertraud Grabmann anlässlich der Preisübergabe. „Wir übernehmen die Auszeichnung stellvertretend für die gesamte Bio-Branche und all jene, die sich für die Umsetzung dieses Projekts stark gemacht und auch Vorarbeiten dazu geleistet haben, wie etwa Partner aus dem LEH. Meinen besonderen Dank möchte ich den Biobäuerinnen und Biobauern in Österreich aussprechen, die sich trotz Mehraufwand und Mehrkosten voll hinter das Vorhaben gestellt haben“, so die BIO AUSTRIA Obfrau.

„Ich bin stolz darauf, dass dieses Projekt, dem vor nicht allzu langer Zeit noch viele keine große Umsetzungschance gegeben haben, verwirklicht werden konnte. Die Zeit war reif für dieses Vorhaben und ich bedanke mich bei allen, die dies erkannt haben und tatkräftig mitgearbeitet haben. Die Konsumentinnen und Konsumenten erwarten sich zu Recht, dass in der Tierproduktion ethische Grundsätze über wirtschaftliche Interessen gestellt werden. In dem Bewusstsein, dass die Praxis des Aussortierens von Eintagesküken im Bio-Bereich ein für alle Mal beendet wird, sind auch die Konsumentinnen und Konsumenten gerne dazu bereit, die anfallenden Mehrkosten bei Bio-Eiern von etwa 2 bis 3 Cent pro Ei mit zu tragen. Das ist wichtig, denn ohne die Akzeptanz der Verbraucher wäre ein solches Projekt nicht möglich“, so Manfred Söllradl.

Hintergrund

Ende 2014 wurde in der Eiermacher GmbH die Grundsatzentscheidung getroffen, dass deren Mitgliedsbetriebe künftig ausschließlich mit eigenen Bio-Legehennenküken versorgt werden sollen. Dabei wurden Herden mit Bio-Elterntieren aufgebaut. Zugleich wurde auf Zweinutzungstiere umgestellt und die männlichen Küken aufgezogen. Die Mast der Hahnenküken erfolgt in Bio-Ställen mit Grünauslauf. Die Haltungsdauer beträgt je nach Gewichtszunahme acht bis zehn Wochen.
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