12.10.2016, 17:01 Uhr

Die Ambivalenz von Distanz

120 Jahre Entwicklung stehen sich gegenüber

Oder: Je weiter die Häuser auseinander stehen, desto enger rücken die Menschen zusammen.

MOLLN. Die Gemeinde Molln ist bezüglich der Fläche die viertgrößte in Oberösterreich, jedoch hat sie nur etwa viertausend Einwohner. In der Hauptgemeinde des Nationalparks Kalkalpen wird ein großer Teil durch diesen eingenommen. Es ist kaum zu glauben, aber in dieser Gemeinde gibt es vier freiwillige Feuerwehren! Und um die größte Teilfläche hat sich die Freiwillige Feuerwehr Breitenau zu kümmern, von welcher nun berichtet werden soll.

Vor genau 120 Jahren wurde die Wehr von beherzten Bürgern gegründet, um in Notfällen schneller zur Stelle sein zu können. Fährt man die 18 Kilometer bis zum Talschluss mit dem Auto hinein und hält nach links und rechts beständig nach Häusern Ausschau, so ist es völlig rätselhaft, wie dieses dünn besiedelte Tal sowohl eine eigene Feuerwehr wie auch eine Musikkapelle aufstellen kann. Doch je weiter die Häuser auseinander stehen, desto mehr ist man in vielen Fällen des Lebens aufeinander angewiesen, ja man braucht und kennt damit auch einander. Wenn in Ballungsräumen Tür an Tür lebende Nachbarn einander oft gar nicht kennen, weiß man in der Breitenau viel über die Freuden und Leiden der Mitmenschen.

Jugendarbeit als Um und Auf

Das Um und Auf einer freiwilligen Feuerwehr ist die Jugendarbeit. Diese wird in der Breitenau schon sehr lange betrieben, und zwar mit sehr guten Erfolgen. Dabei wird den Florianijüngern viel an Sinnstiftung vermittelt. Sie erleben schon in jungen Jahren, wie wichtig freiwilliges Engagement für eine funktionierende Gesellschaft ist. Es ist dies nebenbei ein guter Schutzschirm gegen verschiedene Verlockungen und Bedrohungen unserer Zeit.

Die Bevölkerung ist sich sehr wohl über den Wert einer eigenen Feuerwehr bewusst, was sich in hoher Spendenfreudigkeit ausdrückt – und das nicht nur, weil fast immer auch ein Familienmitglied aktiv bei der Wehr beteiligt ist. Ja, und auch Geld wird laufend benötigt, um die notwendigen Ausgaben für die Modernisierung der Gerätschaften bestreiten zu können. Es müssen immer viele Stellen zusammenhelfen, um die Anschaffung zum Beispiel eines neuen Kommandofahrzeuges zu ermöglichen.

Fast 40 Einsätze pro Jahr

Pro Jahr gibt es nahezu vierzig Einsätze, wobei die meisten sogenannte technische Einsätze, wie etwa eine Fahrzeugbergung oder die Bindung einer Ölspur, sind. Um auch für größere Einsätze wie die Löschung eines Waldbrandes oder für Brandeinsätze mit Personenbergung gerüstet zu sein, muss beständig trainiert werden, wie das folgende Bild anschaulich demonstriert.

Text und Fotos von Franz Reithuber, FFW Breitenau
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