20.09.2016, 15:09 Uhr

Erste Bauernaufstände vor 660 Jahren im Bezirk Kirchdorf

Dieser Bildstock in Edlbach erinnert an die Ereignisse aus dem Jahr 1597.

Auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Oberösterreich sind zwischen 1356 und 1848 62 Bauernaufstände historisch dokumentiert.

BEZIRK (wey). Damit zählt Oberösterreich zu jenen Regionen, in denen es am häufigsten zu Aufruhr und Gewalt zwischen Bauern und deren Grundherren kam. Die Bauern wehrten sich gegen hohe Steuerlast, Zwangsrekrutierung und den Robot, traten jedoch auch für freie Religionsausübung und insbesondere die Wahl des Pfarrers durch die Gemeinde ein.
Der erste bekannte Bauernaufstand in Oberösterreich fand vor 660 Jahren in Kremsmünster statt. 1493 kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen dem Pfarrer von Spital am Pyhrn und seinen Untertanen. Zwischen 1594 und 1597 ereignete sich der zweitgrößte Bauernaufstand in Oberösterreich. Unter anderem war der Anführer Franz Rottenhofer der Schulmeister von Sierning.

Stefan Fadinger
Besonders blutig waren die Kämpfe des Jahres 1626. Sechs Jahre zuvor wurde Adam Graf Herberstorff bayrischer Statthalter im Land ob der Enns. Er war später für das grausame "Frankenburger Würfelspiel" verantwortlich. Die gesamte oö. Bauernschaft war in Aufruhr. Der Bauer und Hutmacher Stefan Fadinger plante mit seinem Schwager Christoph Zeller einen landesweiten Aufstand, den er für Pfingsten 1626 ansetzte. Am 22. Mai wurde er von den Bauern zum Oberhauptmann des Traun- und Hausruckviertels gewählt. Er versammelte die einzelnen Bauerngruppen und konnte Eferding, Wels, Kremsmünster und Steyr besetzen. Bei der Belagerung von Linz wurde Fadinger am 28. Juni 1626 angeschossen und erlag seinen Verletzungen am 5. Juli.

12.000 Bauern getötet
Bei der Niederschlagung der Aufstände durch bayrische Truppen mussten rund 12.000 Bauern ihr Leben lassen. Die aufgespießten Köpfe der Aufrührer wurden am Stadtplatz in Steyr zur Schau gestellt (Quelle: www.ooegeschichte.at, Wikipedia.org)
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