20.05.2016, 19:32 Uhr

Mit dem Fahrrad hinein in den Frühling

Nicht zuletzt dank der E-Bikes fahren wieder mehr Menschen mit dem Fahrrad. Das freut auch die Touristiker. (Foto: ARochau/Fotolia)

Immer mehr Radfahrer tummeln sich auf den Straßen und Radwegen im Bezirk. Nicht nur die Touristiker freut´s, sondern auch so mancher Langfinger hat´s auf die Radln abgesehen.

BEZIRK (wey). Frühlingszeit ist Fahrradzeit: Die Radsaison ist schon wieder voll im Gange. Vor allem dank der E-Bikes erlebt das Radeln einen Boom. Mit Hilfe des Elektromotors überwindet man Distanzen bis zu 120 Kilometer pro Ladeeinheit und schafft bis zu 1500 Höhenmeter. Die Ausfahrten werden häufiger und auf den einzelnen Strecken tummeln sich immer mehr Menschen. "In der Region Steyr-Kirchdorf ist das Netz an Mountainbikestrecken recht gut. Touristiker wollen künftig auch die Rennradfahrer verstärkt ansprechen. Unsere Region ist mit hunderten Güterwegkilometern in herrlicher Landschaft dafür prädestiniert", sagt Nationalpark-Kalkalpen-Marketingleiter Franz Sieghartsleitner. "Es gibt eine Initiative der Tourismusverbände, mehr am Radsektor zu tun (Anmerkung: Pyhrn-Priel arbeitet zum Beispiel am neuen Bikepark; auch das Projekt "Transnationalpark" soll nicht unerwähnt bleiben). Daher ist zu erwarten, dass in Zukunft noch mehr Radfahrer aus dem Zentralraum zu uns kommen – auch durch den Radweg-Lückenschluss bei Klaus und St. Pankraz."

Dieses fehlende Stück zwischen dem Steyrtalradweg und dem Nationalpark Kalkalpenweg soll 2018 geschlossen sein. Dann kann man von Linz, Wels und Steyr bis Hinterstoder oder Spital durchfahren.

Mehr Radfahrer bedeuten aber auch ein höheres Gefahrenpotenzial. Das fängt schon auf dem Radweg an. Sieghartsleitner dazu: "Gerade mit E-Bikes bringt man Geschwindigkeiten von 25 km/h und mehr zusammen. Bei Zusammenstößen kann das schon zu erheblichen Verletzungen führen."
Riskant wird es dort, wo sich Rad- und Autofahrer eine Fahrbahn teilen. "Manche Pkw-Lenker haben entweder kein Verständnis für Radfahrer oder sind sich dessen nicht bewusst, was es heißt, wenn man mit 80 km/h an ihnen vorbeifährt", kritisiert Sieghartsleitner. "Der Radfahrer wird nicht nur vom Lärm überrascht, sondern auch vom Luftstoß. Ungeübte oder ältere Fahrer können erschrecken und das Rad verreißen." Für Sieghartsleitner ist auch erklärbar, warum manche Radler "mitten" auf der Straße unterwegs sind. "Mir selbst ist schon passiert, dass einen die Autofahrer trotz Gegenverkehr überholen, wenn man ganz am Rand fährt. Rennradfahrer haben zudem schmale Reifen und können nicht einfach aufs Bankett ausweichen." Er appelliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer und ergänzt: "Eigentlich sollte man sich über jeden Radfahrer freuen."

Begehrtes Diebesgut
Nicht nur Touristiker freuen sich über mehr Biker. Sie rufen auch so manchen Langfinger auf den Plan. Weil Marken- und Elektroräder teilweise einen hohen Wert darstellen, sind sie begehrtes Diebesgut. In Oberösterreich haben im Vorjahr 3500 Fahrräder unfreiwillig den Besitzer gewechselt. Im Bezirk gab es 54 Anzeigen. Bezirkspolizeikommandant Franz Seebacher: "Viele leisten sich zwar den Luxus eines teuren Fahrrades, aber kein sicheres Schloss dazu." Ein Gutteil der Räder verschwindet aus privaten Hauseinfahrten oder den Kellerabgängen von Mehrparteienhäusern. "Diebe schauen gezielt auf hochpreisige Räder und zwicken selbst Ketten durch", weiß Seebacher. Um es ihnen schwer zu machen, hat die Polizei Tipps zur Prävention erstellt.

Sicherheitstipps, damit das Radl keine Füße kriegt

Um Dieben das Leben schwerer zu machen, hat die Polizei Sicherheitstipps parat. Ein Fahrrad sollte man in einem versperrbaren Raum abstellen. Gibt es dazu keine Möglichkeit, wird es idealerweise an einem fix verankerten Gegenstand befestigt. Wertvolle Gegenstände haben in einer Gepäckstasche oder am Gepäcksträger nichts verloren. Auch Fahrradcomputer oder den Akku von E-Bikes sollte man stets abnehmen. Zur Sicherung rät die Polizei von dünnen Spiralkabeln oder Zahlenschlössern ab und empfiehlt stattdessen Bügelschlösser ab 12 Millimetern Rohrstärke oder Panzerkabelschlösser. Auch so genannte Pitlock-Sicherungen für die Radmuttern leisten gute Dienste.
Empfehlenswert ist, die Fahrraddaten in einem Fahrradpass festzuhalten und die Rahmennummer zu notieren. Im Falle eines Diebstahles erhöht sich mit dem Fahrradpass die Chance, das Rad wieder zurückzubekommen. Fahrradpass und Foto sind bei der Schadensabwicklung mit der Versicherung ebenfalls sehr hilfreich. Weitere Tipps unter www.bmi.gv.at.
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