06.07.2016, 09:14 Uhr

Nahversorgung am Prüfstand

Roswitha Windhager, Geschäftsführerin des Dorfladens in Steyrling, der vom Verein "wir für uns" betrieben wird.

Drei von 23 Gemeinden müssen im Bezirk Kirchdorf ohne "echten" Nahversorger auskommen.

BEZIRK (sta). 41 Gemeinden in Oberösterreich haben keinen Nahversorger. Das ergab eine Analyse, welche die Struktur des Lebensmittelhandels unter die Lupe nimmt. "Der Lebensmitteleinzelhandel in Oberösterreich ist weiterhin von sehr individuellen, selbstständigen und eher klein ausgerichteten Unternehmen geprägt. Das erfreulichste daran ist, dass die Zahl der Gemeinden ohne Nahversorger erneut zurückgegangen ist, so wie das schon von 2009 auf 2012 der Fall war. Das zeigt, dass Oberösterreich so gut versorgt ist wie wenig andere Bundesländer", sagt Johannes Jetschgo, Obmann des oö. Lebensmittelhandels. Insgesamt wurden 2718 Lebensmittelhändler aus der Mitgliedsdatenbank der Wirtschaftskammer kontaktiert. Darunter sind auch Betriebe, die zwar mit Lebensmitteln handeln, aber keine Einzelhändler sind.
Im Bezirk Kirchdorf sind es drei von 23 Gemeinden, die kein Geschäft im Ort haben.
"Wir bemühen uns seit längerer Zeit, wieder einen Nahversorger nach Rosenau zu bringen. Ein entsprechendes Geschäftslokal ist vorhanden. Wir würden uns bereiterklären, das Lokal drei Jahre lang mietfrei zur Verfügung zu stellen", sagt Bürgermeister Peter Auerbach.
Auch in Edlbach gibt es kein entsprechendes Angebot. "Durch die Nähe zu Windischgarsten ist das aber kein großes Problem", sagt der Ortschef Johann Feßl. Etwa sieben Kilometer haben die Bewohner von Oberschlierbach bis zum nächsten Geschäft in Schlierbach oder Kirchdorf. "Natürlich spielt die Nahversorgung eine wichtige Rolle. Besonders ältere Gemeindebürger sind davon abhängig. Bei uns in Oberschlierbach spielen die Direktvermarkter eine wichtige Rolle. Das Problem bei uns ist, dass wir doch eher abgelegen sind und die Gemeindebürger ohnehin ein Auto brauchen." In Vorderstoder haben nach der Schließung des letzten Nahversorgers die Bürger die Initiative ergriffen. Sie führen über einen Verein selbst das örtliche Geschäft, ebenso wie die Steyrlinger (Gemeinde Klaus) ihren Dorfladen.

Nahversorgungsförderung des Landes wird verlängert

OÖ (sta). Wirtschaftslandesrat Michael Strugl, Spartengeschäftsführer Manfred Zöchbauer und Obmann Johannes Jetschgo der Sparte Handel präsentierten die Strukturanalyse des OÖ-Lebensmittelhandels. "Sicherung der Nahversorgung bedeutet Erhalt der Lebensqualität in allen Regionen", sagt Michael Strugl. "Darum wird die einzelbetriebliche Nahversorgungsförderung des Landes, die mit 31. Dezember 2016 ausläuft, nun um weitere zwei Jahre verlängert. Von 2014 bis jetzt wurden vom Land OÖ 464 Nahversorgungsprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 36 Millionen Euro gefördert. Das Wirtschaftsressort stellte dafür insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro zur Verfügung."
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Franz Staudinger aus Kirchdorf | 06.07.2016 | 09:16   Melden
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Christian Kerbl aus Kirchdorf | 06.07.2016 | 12:18   Melden
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