21.07.2016, 09:22 Uhr

"Steinbacher Dialekt hab ich nicht verlernt"

Stefanie van Weelden lebt seit 43 Jahren in Duisburg. (Foto: privat)

Vom Bauernhof aufs Schiff: Stefanie van Weelden zog von Steinbach/Ziehberg nach Duisburg.

BEZIRK (wey). Auch, wenn unser Bundesland eine Menge zu bieten hat, gibt es viele Ober-österreicher, die ihr Glück im Ausland versuchen. Mitglied beim Netzwerk der Auslands-Oberösterreicher namens „Upper Austrians Abroad“ des Landes OÖ und der Business Upper Austria GmbH sind 737 ursprüngliche Oberöster-reicher. „Die Mitglieder sollen sehen, dass es in dem Land, in dem sie leben oder in das sie auswandern, auch andere Oberösterreicher gibt, mit denen sie sich zusammenschließen können“, sagt Magdalena Bigonski, Leiterin des seit 2007 bestehenden Netzwerks. Im Optimalfall steht dem Auswanderer von Beginn an ein anderer Oberösterreicher im gewählten Zielland mit Rat und Tat zur Seite.
Von den 737 Mitgliedern kommen zwölf aus dem Bezirk Kirchdorf. Einer von ihnen ist Michael Dirninger. Der Windischgarstner lebt und arbeitet seit 13 Jahren in Bolivien. Auf einer Südamerikareise hatte ihn die Leidenschaft für diesen Kontinent gepackt. Gemeinsam mit seiner heutigen Ehefrau Irene – die er übrigens am dritten Tag nach der Ankunft in Bolivien kennenlernte – gründete er das Unternehmen „Andean Expeditions Dirninger“. Seither organisiert er Touren in mehreren Andenländern.
Auch Stefanie van Weelden verschlug es vor 43 Jahren von Steinbach am Ziehberg in die deutsche Großstadt Duisburg.

Vom Bauernhof aufs Schiff
Van Weelden, in Steinbach als "Stadler Steffi" bekannt, erzählt, wie es dazu kam: "1973 war ich auf Saison in Gerlos. Eigentlich wollte ich mit einer Freundin nach Saas-Fee. Ich habe mir das jedoch anders überlegt und mir selbst was gesucht." In Gerlos lernte sie ihren heutigen Mann kennen. "Er war Teil einer lustigen trinkfesten Truppe. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden", erinnert sich van Weelden. "So hab ich meine Zelte in OÖ abgebrochen und bin nach Duisburg gezogen." Van Weeldens Mann ist Holländer und stammt aus einer Familie von Rheinschiffern. Er betrieb mit seinem Vater und seinem Bruder ein Motor-Tankschiff. "Die Route ging von Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen über den Rhein bis nach Basel und auch über den Main und den Neckar – und ich fuhr mit", so van Weelden. "Das war die `weite Welt´, wobei die oft in einem abgelegenen Ölhafen endete. Aber ich war gern auf dem Wasser. Wenn das Ufer langsam an einem vorbeizieht, das fand ich immer super." Ein Jahr später stand die Hochzeit an, zwei Buben ließen nicht lange auf sich warten. Seit 1978 wohnt die Familie in Duisburg-Ruhrort. "Was ich anfangs vermisst habe, waren die schönen Wintertage, das Skifahren und die Sprache", sagt van Weelden. "Wenn ich mit dem Zug Richtung Bayern kam, ging mir das Herz auf, wenn ich die Menschen sprechen hörte. Bevor ich zur Schule kam, kannte ich nur den Steinbacher Dialekt. Ich hab ihn nicht verlernt." Ab 1990 bis 2015 war sie in einer Spedition tätig. "Jetzt kümmere ich mich nur noch um meinen Mann und die Enkel."

Mehr Informationen über Upper Austrian Abroad unter www.ooe-international.at
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