15.08.2016, 00:00 Uhr

Am eigenen Leib: beim European Newspaper Congress in Wien

Konzentriert bei den Vorträgen.

Der diesjährige European Newspaper Congress in Wien stellte neue „ Zeitungsgesichter“ vor, zeigte innovative Trends und zeichnete die besten Zeitungen Europas aus. Ich war dabei.

WIEN (navi). Mit WWW (World Wide Web) ist nicht mehr zu spaßen. Der Anmarsch der Digitalisierung in allen Lebensbereichen ist kaum zu stoppen. Für die Endverbraucher bringt dies viele Vorteile, für die Zeitungsindustrie heißt es „Kampf um die Leser“. Das war der rote Faden des zweitägigen Big Talks von aus knapp 30 Ländern angereisten Zeitungsmachern im Wiener Rathaus.

Langweilig = tot

Die heutige Übersetzung von „langweilig“ ist gleich „tot“. Da dies vermieden werden soll, werden die Medienkollegen hochkreativ und experimentierfreudig, mit Ergebnissen, die sich sehen lassen können. Alles spricht über die stark zunehmende visuelle Dominanz des Gedruckten. Fotos und Computergraphiken, die ein Thema unterstützend begleiten, sind hoch im Trend und kommen bei den Kunden gut an.

Bilderlose Artikel sind OUT - das „Auge liest mit“! Viele interessante Vorträge von jungen Unternehmern sowie der geschätzten Branchenprominenz füllten die spannenden Kongresstage bereichernd aus.
Der Zukunftsforscher Matthias Horx überraschte die Zuschauer mit den jüngsten Ergebnissen seiner Trendforschung, in der es um den Überfluss der Digitalisierung und die dadurch hervorgerufene Sehnsucht nach Kurierung geht. Die Leser wollen inzwischen keinen „Info-Regen“, sondern ein gut sortiertes und verarbeitetes Informationsmaterial, nicht zuletzt auch in Papierform (Bücher, Magazine, Zeitungen).

Qualität, Macht...

Auch die brandaktuellen Themen Qualitätsjournalismus, Ökologie und die Macht der Medien führten zu heißen Diskussionen. Die innovationsmutigen, bereits mit dem Trend gehenden Zeitungen wurden mit dem European Newspaper Award ausgezeichnet: De Morgen (Belgien), Expresso (Portugal), Ara (Spanien) und Kvinnheringen (Norwegen).
Das Top-Quartett stach frech aus der Vielfalt hervor, durch ihre Titelseiten, alternative Storyformen, aussagekräftige Illustrationen, Info-Grafiken und ein klares Magazin-Layout mit großen Bildern und viel Weißraum.

An diesen sonnigen Frühlingstagen drehte sich zwar alles um die Printmedien, aber die “Drehorte“ waren unterschiedlich. Die ersten „Willkommen, Welcome, Bienvenido & Dobro posalowat!“ fielen am Tag der Anreise auf Schloss Schönbrunn, wo bei einer Schlossführung den Kongressteilnehmern die Wiener Perle gezeigt wurde. Der Feierabend des ersten Kongresstages wurde mit einem Gala-Dinner im Wiener Rathaussaal mit Tanz und Champagner pompös gefeiert.
Für die Mittags-und Kaffee-Pausen dienten die kaiserlich großzügigen Räume des Wiener Rathauses, die glanzvoll für eine großartige festliche, dennoch geborgene Atmosphäre sorgten. Das zweieinhalb-tägige Eventprogramm war bis auf die Minute durchgeplant, informativ und verlief dennoch reibungslos und stressfrei - wienerisch lässig.
Ich war dabei, ich war begeistert!

Fotos: Schilling, Europ. Newspaper Congress/Homepage
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