28.03.2016, 14:02 Uhr

Die Frauen waren die ersten

Die Frauen gestalteten den Ostergottesdienst
Brixen (Italien): Kirche Jesu Christi HLT | Jeder der sich in den vier Evangelien etwas auskennt weiß, dass es eine Gruppe von Frauen war, die als erstes den Auferstandenen Herrn Jesus Christus zu Gesicht bekamen. Es verhielt sich dabei so. Um den Beerdigungsritus abzuschließen und den Verstorbenen mit wohlriechenden Salben zu balsamieren, besuchten Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, mit ein paar anderen Frauen zusammen früh morgens die Grabstätte. Da erschienen ihnen Engel mit leuchtenden Gewändern und fragten sie: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden (Lk 24:5,6).“ Um diese Frohbotschaft mitzuteilen liefen die Frauen auftragsgemäß zu den Jüngern. Auf dem Weg dorthin kam ihnen Jesus entgegen und sagte: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen (Mt 28:9).“

Es waren also die Frauen, welche die Frohbotschaft der Auferstehung als erstes verkündigten. Diesem Ereignis entsprechend gestalteten die Frauen der Gruppe Brixen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) am Sonntag den Ostergottesdienst. Vier von ihnen hielten je eine Predigt und mit den übrigen Frauen sangen sie als Chor das wunderschöne Lied „Wo die Liebe wohnt“.

Marie Etti, Sonntagsschulleiterin der Gruppe Brixen, sieht im Auftrag von Jesus Christus die Frohbotschaft der Auferstehung zu verkündigen eine Fortsetzung in der heutigen Generation. „Das Evangelium muss auf jedem Kontinent, in jedem Land und jedem Ort verkündigt werden, bis der große Jahwe sagt, es ist vollbracht.“

Consuelo Puff, die Leiterin der Primarvereinigung, ging in ihrer Ansprache auf den Ritus des Pessachmahles ein und auf seine symbolischen Inhalte bezogen auf das Sühnopfer und die Auferstehung Jesu Christi. Als Einladung an die Gläubigen zitierte sie den 1. Kor. 5 Vers 8: „Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit“. Im zweiten Teil verglich sie den Glauben der Menschen an ein Leben nach dem Tod mit der philosophischen Auseinandersetzung von Zwillingen im Mutterleib, die über das Sein und Nicht-Sein eines Lebens nach der Geburt debattierten.

Stacy Asurza, besuchende Schwester aus der Gemeinde Bozen, ging in ihrer Predigt auf die Frage ein, wie will ich als Frau dem Herrn begegnen, wenn ich einmal vor der Himmelstüre stehe? Vielleicht vorgefahren im glänzenden Modell eines neuen Wagen mit sauberen Reifen? Nein, ihr Wagen glänzt nicht und hat Schmutz an den Rädern, da sie ihn im Dienst am Mitmenschen aufgebraucht hat. Mit gestylten Kleider, lackierten Nägeln und blank geputzten Schuhen? Nein, in Arbeitskleidung, rauen Händen und mit Erde und grünen Rasenflecken verschmutzte Schuhe, da sie gerade einer alten Frau in ihrem Garten half. Sie freut sich, als Schwester im Evangelium dem Beispiel Jesu folgend, anderen dienen zu können.

Zum Schluss des Gottesdienstes ging Maria Christina Lima, Leiterin der Frauenhilfsvereinigung, speziell auf die Rolle der Frau in der heutigen Zeit ein. Wir Frauen in der Welt sind da, um im Besonderen andern Frauen zu helfen. Sie gibt auf Grund eines persönlichen Erlebnisses Zeugnis, wie ihr Vertrauen auf Gott, ihr in einem Problem zu helfen in Erfüllung ging, gerade weil sie im Dienst am Nächsten stand.

Der Ostergottesdienst war ein sehr inspirierender, gerade, oder weil die Frauen ihn gestaltet haben. Die Gruppe Brixen wird zurzeit noch von Innsbruck aus begleitet. Am 17.04.2016 wird sie jedoch in einen selbständigen Zweig (Gemeinde) erhoben, bei dessen Vorbereitung auch die Frauen in Brixen maßgeblich beteiligt waren.

Hier die englische Version des Chorliedes "Wo die Liebe wohnt"
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