15.04.2016, 14:37 Uhr

Großer Stromgewinn aus Kleinwasserkraft – Mit Revitalisierung des Kraftwerkes Kohlenbach Energieerzeugung verdreifacht.

das neue Kraftwerk der Fam. Ebersberger, von li. Hans Ebersberger, LHStv. Josef Geisler, Wasser Tirol Rupert Ebenbichler.

Florian Ebersberger aus Kössen hat sein seit 100 Jahren bestendes Kraftwerk am Kohlenbach mit Hilfe der Beratungsförderung des Landes erneuert und die Stromerzeugung fast verdreifacht.

KÖSSEN(jom).
In Tirol gibt es 850 Kleinwasserkraftwerke, die rund 1600 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren. Damit kommt schon derzeit rund ein Viertel des Tiroler Stroms aus Kleinwasserkraftwerken. Und es sollen mehr werden, da das Land Tirol ein gefördertes Beratungsangebot zur Verfügung stellt. Unter dem Projekt „Tirol 2050 energieautonom“ stellt die Energieabteilung nun einige Kleinwasserkraftwerke in Tirol hautnah vor.

In der Kleinwasserkraft steckt großes Potenzial:
Damit wir unser Energiesystem bis 2050 weitestgehend auf emissionsfreie, erneuerbare Energieträger umstellen können, müssen wir auch die Stromproduktion aus Kleinwasserkraft massiv steigen, erklärt Energiereferent LHStv. Josef Geisler (VP) beim Lokalaugenschein in Kössen. Wir wollen unabhängig von Putins Gas und vom Öl der Saudis werden, die Energiewende schaffen wir nur mit Elektrizität, erläutert Geisler. Davon sollen 300 Millionen Kilowattstunden aus de Revitalisierung bestehender Kleinwasserkraftwerke kommen.
Um das vorhandene Energiekonzept bestehender Wasserkraftanlagen zu nutzen, hat das Land Tirol bereits 2011 die Beratungsförderung für die Revitalisierung von Kleinwasserkraft ins Leben gerufen.
120 Kraftwerksbetreiber haben daran bereits teilgenommen, weiß Rupert Ebenbichler von der Wasser Tirol – Tendenz steigend. Diese Förderung wird nun bis Ende 2016 verlängert.

Beispiel Kohlenbach: Erzeugung fast verdreifacht:
Ein Kleinwasserkraftwerksbetreiber ist die Familie Ebersberger in Kössen. Seit mehr als 100 Jahren besteht das Kraftwerk am Kohlenbach, das nun im Besitz von Florian Ebersberger ist.. Erst im Zuge der Einreichung des Hochwasserschutzprojektes durch die Großachengenossenschaft wurde im Jahr 2012 dann auch das Kraftwerksprojekt genehmigt. Baubeginn war im Frühjahr 2013, in Betrieb ist die optimierte Anlage seit 2014, erklärt Hans Ebersberger. Die Fallhöhe beträgt nur drei Meter. Die neue Kaplan Turbine leistet jetzt 97 kw.
Wurden vor der Revitalisierung ca. 300.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt, sind es nunmehr über 820.000 Kilowattstunden. Die Stromproduktion hat sich somit fast verdreifacht. Auch eine Fischaufstiegshilfe wurde eingebaut. Heute versorgen wir mit dem erzeugten Strom das Sägewerk und unseren privaten Haushalt, erklärt Ebersberger, der Rest wird eingespeist. Die Kosten dafür beziffert Ebersberger mit einer Million Euro.

„Das Kraftwerksprojekt von Florian Ebersberger ist ein Musterbeispiel dafür, dass die Nutzung der Wasserkraft im Einklang mit dem Hochwasserschutz steht“, freut sich Tirols Energiereferent LHStv. Josef Geisler.
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