02.06.2016, 13:15 Uhr

Vom Lehrling zum Chef – Franz-Josef Eberl

Franz-Josef Eberl betreibt mit viel Engagement seinen Friseursalon in St. Johann.

Franz-Josef Eberl (32 Jahre) war einst Friseurlehrling. Heute ist er im eigenen Betrieb Chef von fünf Mitarbeitern.

ST. JOHANN (navi). Eigentlich sah sich der gebürtige St. Johanner beruflich auf einer Baustelle, in der Rolle des Bauleiters. Doch das Praktikum im Polytechnikum, das er nach der Hauptschule besuchte, öffnete ihm plötzlich die Augen für Haare, Fön und Schere. In einer Friseurfamilie in zweiter Generation aufgewachsen, kommt er bis zu seiner Ausbildung in keiner Weise mit dem Friseurhandwerk in Berührung. Jetzt ist er mit seinem Beruf und vor allem mit dem eigenen Geschäft bereits seit 13 Jahren fest verschmolzen.

Die Lehre bei Oma im Annemarie's Haarstudio verläuft intensiv mit Fleiß und Anerkennung mit dem 1. Platz beim Lehrlings-Wettbewerb. Bereits während der Meisterprüfung übernimmt Franz-Josef im Alter von 19 Jahren das Geschäft mit vier Mitarbeitern, die im Schnitt zwei- bis dreimal älter sind als er. „Ich hatte null Ahnung, wie man mit dem Personal umgeht, vor allem wusste ich nicht, dass auf mich ein Riesenberg an Arbeit sowie Verantwortung zukommt. Ich war der jüngste Selbstständige in Tirol und hatte in den Anfangsjahren kaum Freizeit. Nur die echte Liebe zum Beruf - und natürlich die Familienunterstützung - haben mir damals die notwendige Kraft zum Durchstehen gegeben,“ so Franz-Josef.

Lehrlinge im Haus

Mittlerweile hat er permanent Lehrlinge im Haus. Nach seinem Ausbildungskonzept bildet er seine Fachkräfte binnen zwei Jahren aus, mit viel Praxis als Schwerpunkt und guten Verdienstmöglichkeiten. Es sind inzwischen sieben Gesellen, die in seinem Geschäft, das demnächst in „Franz-Josef Hairstyle & Barber“ umbenannt wird, ausgelernt haben.

Jedes Jahr macht Eberl Berufsvorträge an Schulen, sucht sich nicht nur seine Lehrlinge persönlich aus, sondern versucht, den Friseurberuf auf Kunst- & Design-Level aufzuwerten. Er war 2005 gemeinsam mit dem Star-Visagisten Boris Entrupp auf der Show-Bühne im Stanglwirt im Rahmen der Sendung „Germanys Next Topmodel“ von Heidi Klum, stellte aber fest, dass das Showbusiness nicht sein Ding ist. „Ich möchte jungen Leuten von heuer anraten, noch vor dem Lehranfang im gewünschtem Beruf ein Praktikum zu absolvieren, da die Vorstellung vom Beruf oft mit der Realität nicht übereinstimmt. Der Beruf sollte in erster Linie Spaß machen. Erfolg und die damit verbundenen Vorteile ergeben sich dann automatisch!"
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