04.04.2016, 17:00 Uhr

Vierbergelauf: Diese Wallfahrt führt direkt ins Paradies

Die Metnitzer Wallfahrer Michael Auer, Vinzenz Ebner und Walter Lesch gehen auch heuer die 52 Kilometer über die vier Berge

Am Freitag findet der Vierbergelauf statt. Vinzenz Ebner aus Metnitz ist seit 20 Jahren Kreuzträger.

KLAGENFURT LAND, ST. VEIT (bek, vp). 52 Kilometer führt der Vierbergelauf am Freitag, dem sogenannten Dreinagelfreitag, über den Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg. An die 2.500 Höhenmeter müssen in rund 16 Stunden überwunden werden. Kommt der Brauch des Vierbergelaufs ab, geht laut Volksglauben die Welt unter.

Erfahrene Wallfahrer

Damit das nicht passiert, sorgen die Metnitzer Walter Lesch, Michael Auer und Vinzenz Ebner. Sie sind routinierte Vierbergler, vor allem Ebner kennt die Wallfahrt: Er nimmt heuer zum 35. Mal teil.
Der religiösen Überzeugung wegen gehen die drei über die Berge und weil es schon die Ahnen taten. "Wir danken für das vergange Jahr und bitten um eine gutes neues Jahr, Gesundheit und reiche Ernte", sagen die Metnitzer. In den Tagen vor dem Vierbergelauf kommen Bekannte mit persönlichen Anliegen und bitten, sie auf dem Weg gedanklich mit einzuschließen und ein paar Schritte für sie zu gehen. "Man hat einen zweiten Rucksack mit, aber man wird auch ein Stückchen getragen", sagt Auer. Lesch geht keinen Schritt ohne den Rosenkranz. "Viele Wallfahrer schätzen es, wenn sie einen Vorbeter am Weg haben. Es ist schön, Freude zu verbreiten".

20 Jahre Kreuzträger

20 bis 30 Kreuzträger gehen jährlich beim Vierbergelauf mit. Einer davon ist Ebner. Er trägt seit 1996 das eigens dafür gemachte Kreuz über die Berge. Als Kreuzträger ist das Tempo schneller. "Wir gehen vorne, müssen als erster in den Kirchen sein. Ich bin meistens im Laufschritt unterwegs", fehlt ihm die Zeit zum Rasten. "Aber es ist jedes Mal eine Ehre, das Kreuz zu tragen".

Der Marsch ist auch Kopfsache

Neben guten Schuhwerk ist die persönliche Einstellung wichtig. "Der Vierbergelauf ist auch Kopfsache", raten die Metnitzer dennoch, vor dem Marsch ein wenig zu trainieren.
Was ist das Schönste? "Die netten Begegnungen, und wenn am Ende am Lorenziberg in der Kirche ,Großer Gott' angestimmt wird. Ein erhabenes Gefühl, die Berge geschafft zu haben". Meist schließen sie hier den Entschluss, dass Jahr darauf wieder mitzugehen.
Alle Drei haben übrigens einen Platz im Himmel sicher. Denn wer dreimal am Vierbergelauf teilnimmt, dem soll ein Platz im Paradies sicher sein.

Spendenaktion beim Vierbergelauf

Die beliebte Hochzeits- und Taufkirche auf dem Magdalensberg braucht ein neues Dach. Allein auf die kleine Pfarre Ottmanach kommen da Kosten von rund 120.000 Euro zu (die WOCHE berichtete - hier).
Die Pfarre startet deshalb eine Spendenaktion für die Kirche: Eine Spendenbox wird im Pavillon vor der Kirche stehen, eine gibt es beim Parkplatz in der Taberna-Celtica. Bei der Messe wird dafür auch die Opfersammlung durchgeführt.


Die Ausrüstung

Schuhe: Sie sollten über den Knöchel gehen und nicht neu sein.
Socken: Sie sollten nicht reiben – spezielle Sportsocken sind am besten.
Bekleidung: Unbedingt T-Shirts zum Wechseln mitnehmen!
Haube und Handschuhe Beides ist empfehlenswert. Vor allem in der Nacht sind die Temperaturen noch niedrig.
Regenschutz: Wichtig, denn gegangen wird bei jeder Witterung.
Stöcke: Geben sicheren Halt vor allem bei Dunkelheit und wenn schön langsam die Müdigkeit einsetzt.
Rucksack: Wichtig ist ein Modell, das bequem zu tragen ist und idealerweise nicht direkt am Rücken aufliegt. Beim Einpacken zählt: Jedes Gramm zählt - Dinge, die man nicht unbedingt braucht, bleiben daheim.
Stirnlampe: Unverzichtbar für den Weg vom Magdalensberg und auf den Ulrichsberg.
Verpflegung: Trinkflasche, Müsliriegel, Traubenzucker, Obst.
Erste-Hilfe-Set: Pflaster und Co. kann man immer brauchen.
Süßigkeiten: Nicht auf die Zuckerln für die Kinder am Wegesrand vergessen!
Die Einstellung: Die Kraft der Gedanken hilft, die vier Berge zu überwinden. Denn: Vieles ist Kopfsache!

Das Wetter für den Vierbergelauf findet man übrigens hier!



Ablauf des Vierbergelaufs (Freitag, 8. April):

>> Mitternachtsmesse auf dem Magdalensberg
>> 4 Uhr Messe in Pörtschach/Berg
>> 7 Uhr Bischofsmesse in Karnberg
>> 8 Uhr Kreuzbegegnung und Messe in Zweikirchen
>> 11 Uhr Messe in Liemberg (Fuße des Veitsbergs)
>> 13.45 Uhr Andacht in der Kirche von Gradenegg
>> 15 Uhr Andacht in Sörg
>> ca. 16.30 Uhr Andacht und Schluss-Segen auf dem Lorenziberg


An- und Rückreisemöglichkeiten:

Anreise auf den Magdalensberg (Donnerstag, 7. April):
>> aus Klagenfurt: Postbus-Shuttle ab Klagenfurt Busbahnhof zu jeder halben Stunde von 20.30 bis 23 Uhr. Zustieg: Haltestelle Klinikum Morogasse.
>> aus Villach und Feldkirchen: Abfahrt vom Villacher Busbahnhof um 21 Uhr. Zustieg bei allen Haltestellen entlang der Fahrstrecke ab Landskron (21.05 Uhr), Sattendorf (21.15 Uhr), Bodensdorf (21.25 Uhr). Abfahrt Feldkirchen um 21.40 Uhr, Liebenfels um 21.55 Uhr und St. Veit 22 Uhr.
>> aus St. Veit: Shuttledienst ab 20.30 Uhr alle 30 Minuten bis 23 Uhr. Alle Busse halten auch an der Haltestelle St. Veit Feuerwehrtor.

Rückfahrten vom Lorenziberg, Parkplatz Nußberg (Freitag, 8. April):
Der ÖBB-Postbus bringt die Wallfahrer ab 13 Uhr bis 18 Uhr alle 30 Minuten nach St. Veit und Klagenfurt. Nach Feldkirchen und Villach geht es stündlich ab 14 Uhr bis 18 Uhr.

Infos:
Anschlussverbindungen mit Zug und Bus zu den Abfahrtsorten:
www.oebb.at
www.postbus.at

Informationen zu Abfahrtszeiten für die Haltestellen und Preise:
www.postbus.at/reisetipps
0810/222 333, in den Postbus-Kundenbüros oder beim Buslenker.
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