18.08.2016, 11:23 Uhr

Kärntens Wirte setzen auf „Tafelbox“ statt Straf-Euro

Regionale Produkte und der bewusste Umgang mit Lebensmitteln führt zu einem wertschätzenden Umgang mit Essen (Foto: pexels)

Eine Strafe für Gäste, die nicht aufessen? Nicht in Kärntens Gastronomiebetrieben: Statt Strafen setzen Kärntens Wirte auf Hinweise für ihre Gäste sowie die neue Initiative „Tafelbox“.

Strafgebühren für Gäste, die Essensreste auf ihrem Teller lassen, sind in Kärntens Gastronomiebetrieben kein Thema. „Wir wollen unsere Gäste nicht mit Strafen erziehen. Das ist weder gastfreundlich noch zielführend“, so der Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronomie, Stefan Sternad. Mit Hinweisen wie "Lieber Gast, Lebensmittel sind kostbar. Bitte nehmen Sie nur so viel auf den Teller wie Sie essen können" haben Wirte, die Buffets anbieten aber gute Erfahrungen gemacht. Der Einsatz von regionalen Produkten und der bewusste Umgang mit Lebensmitteln führt dazu, dass Gäste wertschätzend mit Essen umgehen. Wird das Schnitzel beim Gastro-Diskonter um 3,90 Euro verkauft, gehen die Gäste damit anders um, als wenn sie ein Schnitzel von Kärntner Tieren serviert bekommen.

10.000 Tonnen Speisereste pro Jahr

Ein Dauer-Thema ist die Frage, wie man mit Speiseresten sinnvoll umgehen kann. „Es fallen jedes Jahr rund 10.000 Tonnen Speisereste in der Kärntner Gastronomie und Hotellerie an. Der Gegenwert der Lebensmittel und Entsorgung machen pro Gastgewerbebetrieb rund 8.000 Euro aus. Durch eine Reduktion dieser unnötigen Ausgaben könnten Ressourcen gespart und Kosten gesenkt werden“, so Sternad. Laut Studie der EU-Kommission stammen nur 14 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel aus der Gastronomie, etwa 44 Prozent machen Abfälle aus Produktion und Handel aus. Auf die Haushalte entfallen rund 42 Prozent.

Keine leichte Aufgabe

Wirten wird es bei der Müllvermeidung nicht leicht gemacht. Bis vor einigen Jahren war es noch erlaubt, Speisereste an Bauern weiterzugeben. Eine Jahrhunderte alte, gelebte Praxis wurde durch EU-Reglementierungen aber verboten – und einer sinnvollen Weiterverwendung von Speiseresten damit ein gesetzlicher Riegel aus Hygienerichtlinien vorgeschoben.

Die "Tafelbox"

Laufend wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Seit zwei Monaten setzt die Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronomie auf die "Tafelbox". abei handelt es sich um eine kompostierbare, gut verschließbare Verpackung aus Bio-Kunststoff, in der Gäste die Reste ihrer Mahlzeit mit nach Hause nehmen können. Entwickelt wurde sie von der Organisation „Wiener Tafel“. Wer die Box testen will, kann in der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronomie kostenlose Starterpakete bestellen. Sie bestehen aus 50 Boxen inklusive Hinweismaterial, um die Aktion im Betrieb vorzustellen. Regulär wird eine Box 50 Cent kosten, davon werden 20 Cent gespendet.

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