01.08.2016, 13:36 Uhr

Busverkehr: Die Blamage der Landeshauptstadt

Früher war also doch alles besser! (Foto: Stadtwerke Klagenfurt AG - 2010)

Jahr für Jahr wurde der Klagenfurter Bevölkerung zugesichert, dass der Busverkehr ausgebaut und verbessert wird, um eine bessere Umweltbilanz der Stadt zu erreichen. Nun lässt das Büro von Stadtrat Frey wieder aufhorchen, jedoch mit weiteren Verschlechterungen. Sollte die Landeshauptstadt diesen Dienst überhaupt noch anbieten?

Am 14. Feber 2011 machte die alte Stadtregierung den Einwohnern von Klagenfurt ein undankbares Valentinstagsgeschenk, der neue, „verbesserte“ Linienverkehr wurde aufgenommen und die Kritik war so groß, dass Opposition und Bürger tobten und eine Sondersitzung mit Vertretern aller Gegner wurde einberufen. Gebracht hat dies natürlich nichts.
Es folgten weitere Diskussionen, Verbesserungen und Änderungen, die meisten Passagiere hatten dies aber zu diesem Zeitpunkt schon längst satt und stiegen wieder aufs Auto um. Im Jahr 2015 nun der Showdown zwischen den Parteien, der Busverkehr ist nun endlich im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Versprechen folgten Versprechen und die Parolen sollten ein Volksfest für den verbliebenen Fahrgast bedeuten. 2016 die Ernüchterung, im Herbst wird erneut gestrichen, so bekommt der Stadtteil Wölfnitz eine äußerst komplizierte Busführung, zudem fahren nur noch zwei Busse pro Stunde, in die Region Seltenheim nur noch ein Bus. Die Linie 60 fährt nicht mehr zum Strandbad und bedient stattdessen den Bahnhof „Klagenfurt West“.
Diese Maßnahmen müssen von den Stadtwerken (STW) durchgeführt werden, da die Stadtregierung ihnen € 500.000,- pro Jahr streicht. An dieser Stelle sollte mal gesagt werden, dass die STW einen wirklich guten Job machen, auch wenn sie keine Unterstützung der Stadt – dem Eigentümer – erhalten. Jeder private Unternehmer würde diesen Planverkehr nicht bedienen oder hätte schon längst das Handtuch geschmissen.

Leider ist knapp ein Jahr nach der Wahl von preiswerteren Bustickets, einem besseren Überarbeiteten Liniennetz und der Ringführung nichts mehr zu hören, stattdessen wird nur appelliert auf den Bus umzusteigen während das Intervall Jahr für Jahr auf fast allen Linien schwindet.

Ein paar Vergleiche zeigen, wie der Takt vor der Umstellung 2011 war und heute ist:
+ Heiligengeistplatz – Krumpendorf: 30 Min / 60 Min
+ Heiligengeistplatz – Strandbad (Sommer): 10 Min / 30 Min
+ Heiligengeistplatz – Viktring: 20 Min / 30 Min
+ Heiligengeistplatz – Welzenegg: 10 Min / 15-20 Min
+ Universität – Viktring: 20 Min / 30 Min

Die Stadt hat mittlerweile 100.000 Einwohner und der Verkehr nimmt weiter zu. Der öffentlichen Personennahverkehr hierzulande wird aber eingestampft und indessen von Osteuropa belächelt. Die Stadtregierung hat nun zwei Möglichkeiten:

1) Der Busverkehr in Klagenfurt muss endlich, dh sofort, attraktiver werden. Experten müssen einen soliden Takt auf die Beine stellen (<30 Min), die Busse müssen schnell werden (Busspuren, Kaphaltestellen), keine lange Wartezeiten mehr während der Fahrt und die Parktickets in der Innenstadt müssen teurer sein, wie das Ticket der STW.
2) Die Stadt stellt den öffentlichen Nahverkehr ersatzlos ein.
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