16.06.2016, 13:36 Uhr

Das „Gedächtnis der Stadt“ wächst

Der Direktor des Landesarchivs, Wilhelm Wadl, Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, Kulturabteilungsleiterin Manuela Tertschnig und Thomas Zeloth (Landesarchiv) freuen sich über die Kooperation und die wertvollen historischen Schriften im Stadtarchiv (Foto: StadtPresse/Fritz)

Die Stadt Klagenfurt ist zur Führung eines öffentlich zugänglichen Stadtarchivs verpflichtet. Am 1. Juli 2016 erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kärntner Landesarchiv der Projektstart.

KLAGENFURT. „Im Magistrat ist ein Archiv zur sicheren Aufbewahrung von Akten, Urkunden, und Verhandlungsschriften zu führen“, so ist es im § 78/3, Landesgesetzblatt 3/2015, nachzulesen. Da dies finanziell und personaltechnisch derzeit für die Stadt eine große Herausforderung ist, gibt zur Bündelung der Kräfte und Kompetenzen eine Kooperation mit dem Landesarchiv.

Historisches Material

Hier sind ja schon rund 200 Laufmeter wichtiges historisches Material wie städtische Handschriften, Urkunden und Aktenkartons aus allen Bereichen des Magistrats deponiert. Seit den 1940er Jahren wurden diese in drei Tranchen (1947, 1953, 1954) im Landesarchiv deponiert und erfasst. Mit Beginn der Kooperation ab Juli 2016 werden regelmäßig archivrelevante Unterlagen an das Landesarchiv geliefert und der Gesamtbestand sukzessive gesichtet, bewertet und archiviert werden.

Stadtarchiv Klagenfurt

„Stadtarchive wie auch Stadtmuseen sind ein Spiegel der Gesellschaft und tragen wesentlich zur Identifikation von Menschen mit ihrer Stadt bei“, sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. „Das „Stadtarchiv Klagenfurt im Landesarchiv Kärnten“ ist nicht nur eine schöne Form der Kooperation, es ist auch für alle Beteiligten eine sinnvolle und für die Stadt eine ressourcensparende, kostengünstige Lösung. In einem Stadtarchiv bündelt sich politisches und kulturelles Leben, es ist unverzichtbar für wissenschaftliche sowie regionalgeschichtliche Forschung“, so die Bürgermeisterin weiter.

Beispielgebende Zusammenarbeit


Auch Wilhelm Wadl, Direktor des Kärntner Landesarchivs, freut sich über die beispielgebende Zusammenarbeit mit der Stadt Klagenfurt: „Unser moderner Archivbau erfüllt alle Voraussetzungen für die sichere und dauerhafte Aufbewahrung der rechtlich und historisch wichtigen Dokumente der Stadt. Schon in den nächsten Monaten wird der zuständige Referent des Kärntner Landesarchivs, Thomas Zeloth, bei den Dienststellen des Magistrates umfangreiches Schriftgut sichten, bewerten und zur dauerhaften Aufbewahrung ins Kärntner Landesarchiv übernehmen. Nach der Erfassung dieser Dokumente im digitalen Archivinformationssystem garantiert das Kärntner Landesarchiv allen Bürgern und Bürgerinnen und den städtischen Behörden einen raschen, unbürokratischen Zugang zu benötigten Dokumenten.“
Mit der Übernahme und Erschließung von Schriftgut der Stadt Klagenfurt leistet das Kärntner Landesarchiv mit Blick auf das bevorstehende Stadtjubiläum 2018 auch einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Überlieferungssicherung.

€ 8000 pro Jahr

Die Kosten für die Kooperation betragen für die Stadt rund € 8000 pro Jahr. Als Gegenleistung stellt das Kärntner Landesarchiv qualifiziertes Personal, geeignete Räumlichkeiten zur Aufbewahrung und öffentlichen Nutzung, sowie geeignete technische Infrastruktur zur elektronischen Erfassung des Schriftgutes zur Verfügung.
Die Abteilung Kultur der Landeshauptstadt Klagenfurt mit Leiterin MMag. Manulea Tertschnig, wird die im Magistrat anfallenden Tätigkeiten koordinieren.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.