13.04.2016, 09:30 Uhr

Mathiaschitz hat Zulagen im Visier

Geldfluss: Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz übt nun heftige Kritik an dem Zulagensystem in den Stadtwerken (Foto: mev.de)

Zulagensystem der STW-Manager erzürnt Bürgermeisterin. Kritik an Leyroutz-Doppelfunktion.

KLAGENFURT (mv). Der politische Streit rund um die Stadtwerke nimmt kein Ende. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschiz (SPÖ) will in ihrer Funktion als Eigentümervertreterin nun das Zulagensystem im mittleren Management unter die Lupe nehmen. Laut Insidern soll bereits seit einigen Wochen die Süd-Ost-Treuhand die Verrechnungen in dem Unternehmen prüfen. Christian Scheider (FPÖ) verteidigt hingegen die Zulagen.

Kosten einfach übernommen

Der Kritik, dass es zu einem Zerwürfnis zwischen Stadt und Stadtwerken gekommen sei, erteilt die Bürgermeisterin eine klare Absage. "Es war gang und gäbe, dass die Stadt Kosten übernommen hat, ohne zu wissen, wie sie zustande gekommen sind. Das will ich nicht mehr akzeptieren", sagt Mathiaschitz und weiter: "Es wurden auch Provisionen anteilsmäßig übernommen. Es kann nicht sein, dass auch dem mittleren Management Zulagen gewährt wurden, die ohne nachzufragen ausgezahlt wurden. Diesen Selbstbedienungsladen möchte ich abstellen." Anders sieht das ihr Vorgänger Christian Scheider (FPÖ), in dessen Amtszeit das Zulagensystem entwickelt worden war. "Die Verantwortlichen in den Stadtwerken haben nach dem Rückkauf der Anteile vom Verbund eine sehr gute Leistung erbracht. Sie haben den Betrieb so weit entwickelt, dass nun auch Dividenden ausgeschüttet werden können", sagt Scheider.

Leyroutz-Doppelfunktion

Im Zuge der Überprüfungen dürfte auch eine Abrechnung von Christian Leyroutz aufgetaucht sein. Der damalige Vorsitzende des Aufsichtsrates hatte den Stadtwerken 130.000 Euro für Beratertätigkeiten berechnet. "Ich wurde damals als Rechtsanwalt mit den Verhandlungen rund um den Rückkauf der EKG-Anteile betraut. Es war ein gutes Geschäft für die Stadt, wir haben die Anteile im Wert von 80 Millionen Euro um 65 Millionen Euro erworben", sagt Leyroutz und weiter: "Es wurde ein Deckelbetrag vereinbart. Nach der Tarifregelung für Rechtsanwälte wären es über 200.000 Euro gewesen. Die Abrechnung und die Leistungsaufstellung wurde von der internen und externen Experten geprüft". SPÖ-Klubobmann Jürgen Pfeiler verglich in einer Aussendung die Rechnungslegung und die Gewährung eines Rabattes mit dem Birnbacher-Skandal. Leyroutz kündigte gegen diese Behauptung rechtliche Schritte an.
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