16.08.2016, 17:50 Uhr

Stadtbusse: Einsparungen statt Attraktivierung

Klagenfurt ist beim Anteil der umweltfreundlichen Mobilität beinahe Schlusslicht und hat mit Feinstaubproblemen zu kämpfen. Dennoch verordnet die Stadt dem Busverkehr Einsparungen.

Klagenfurt belegt laut einer VCÖ-Studie beim Anteil der umweltfreundlichen Mobilität (öffentlicher Verkehr, zu Fuß, mit dem Fahrrad) den vorletzten Platz unter den Landeshauptstädten und war im vergangenen Winter mit zahlreichen Überschreitungen des Feinstaubgrenzwertes konfrontiert.


Verbesserungen wären notwendig


Man könnte meinen, dass die Stadtpolitik angesichts dessen alles daran setzen wird, das Stadtbus-Angebot zu verbessern.

So wären Investitionen in die Verbesserung des derzeitigen 30-Minuten-Takts in einigen Gebieten, sowie vor allem in eine Beschleunigung der Stadtbusse ein Gebot der Stunde.

Dafür spricht auch, dass für einen Umstieg auf den öffentlichen Verkehr (ÖV) noch vor einem billigen Fahrpreis ein staufreies, pünktliches Vorankommen das wichtigste Kriterium ist.

Wie in "fahrgast"-Magazinen bereits mehrmals beschrieben, gehören zur Beschleunigung Busspuren und Ampelsteuerungen mit einer prompten Beeinflussung bei Annäherung eines Linienbusses (Stadt- oder Regionalbus), sowie die Forcierung von Fahrbahn-Haltestellen.


Stadtpolitik schreibt Einsparungen vor


Die Entwicklung geht leider in die entgegengesetzte Richtung. Die Stadtpolitik beauftragte die Stadtwerke Klagenfurt AG, im Bereich der Stadtbusse jährlich € 500.000,- einzusparen. Aus diesem Grund wird es ab 16. Oktober 2016 zu Fahrplanrücknahmen kommen.


LINIENÄNDERUNGEN IM DETAIL


Die Beschreibung der ab 16. Oktober 2016 in Kraft tretenden Linienänderungen (mit einer Grafik) finden Sie auf der Homepage von "fahrgast kärnten" mit dem folgenden Direkt-Link:

--> http://www.fahrgast-kaernten.at/DE/klagenfurt_DE_1...



Falsche Verkehrspolitik


Aus der Sicht von "fahrgast kärnten" sind Einsparungen, die naturgemäß zu Verschlechterungen führen werden, der falsche Weg.

Die Reduktion der Linie 62 ist angesichts der sehr geringen Fahrgastzahlen verständlich. Die komplizierte Linienführung im Bereich Wölfnitz und Streichung der Stadtteilverbindung zwischen Feschnig und Lendorf/Wölfnitz führt jedoch sicherlich nicht zur gewünschten, vermehrten Nutzung der Busse.

"fahrgast kärnten" würde sich ernsthafte Planungen für eine Attraktivierung des Busangebots wünschen.
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