29.07.2016, 17:02 Uhr

Ungeliebter Busverkehr

(Foto: Stadtwerke Klagenfurt AG)
Klagenfurt hat mal wieder ein Problem mit dem öffentlichen Personennahverkehr, jedoch geht es nicht um eine Verbesserung, Umgestaltung oder einen dringenden Ausbau, sondern um eine Verschlechterung. Die Villacher Straße wird endlich saniert und der einstige Plan von Stadt und Land, die Öffis zu beschleunigen, wurde vergessen. Noch vor ein paar Jahren wurde öffentlich diskutiert, dass man die Busse im städtischen Bereich durch Busspuren und Wegfall der Busbuchten beschleunigen will. Heute kann man sich nicht mehr dran erinnern, zumal wieder einmal Parkplätze gebaut werden, statt den Busse, durch gesonderte Spuren, Vorrang zu geben.
Eine sinnfreie Diskussion, die bei Betracht der Frequenz pro Stunde schon beendet wäre. Lediglich sieben (7) Busse der Stadtwerke (STW) fahren pro Stunde hier durch, diese bleiben nicht bei jeder Haltestelle stehen (kein Angebot = keine Frequenz) und wenn ein Bus hält, dann kaum länger als 30 Sekunden. Somit wird der Busverkehr bewusst von der Politik ausgegrenzt.

Die St. Veiter Straße ist ein gutes Beispiel, gesonderte Spurführung und eigene Ampeln erlauben es hier die Busse schneller in die Innenstadt zu bekommen. In einer Autofahrerstadt kommt es jedoch beim Wähler nicht gut an, wenn die umweltbewussten Fahrzeuge der STW neben einem vorbei fahren und der umweltschädliche Individualverkehr im Stau steht. Ebenfalls wurden die temporären Busspuren – Morgen- und Abendspitze auf den Hauptverkehrsstraßen – schon von Stadt und Land verworfen, wie dieses Thema von ihnen in den Medien Breit getreten wurde.

Auch wenn die Politik immer wieder behauptet für einen besseren und funktionierenden öffentlichen Nahverkehr zu sein, gibt es leider zu viele negativ Beispiele, die dies belegen. Abgesehen von den langen Fahrzeiten, Wartezeiten und die zu billigen Parkgebühren (STW Ticket ist teurer), ist das Beachvolleyball Major Event in Klagenfurt wieder eine Bestätigung. Vor 2011 gab es einen 10-Minuten-Intervall vom Heiligengeistplatz zum Strandbad, bei Großveranstaltungen fuhren sogar zwei Busse gleichzeitig zum See. Seit der großen „Verbesserung“ und den folgenden Anpassungen fährt nun nur noch alle 30 Minuten ein Bus zum Wörthersee. Anno dazumal, bei den Massen an Passagieren, undenkbar gewesen, hat sich das mittlerweile sogar bei den Gästen herumgesprochen, sodass hier ein deutlicher Rückgang erkennbar ist. Traurig ist, dass der angemietete Shuttle Service vom Veranstalter besser angenommen wird und verkehrt, wie der Busverkehr der Stadt Klagenfurt.

Wenn die Stadt ihren eigenen Busverkehr nicht bald beschleunigt und verbessert, dann können sie ihn gleich einstellen und das Geld zur Schuldentilgung verwenden.
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