18.06.2016, 17:58 Uhr

Zitat der Woche - Teil 1 - Paul Watzlawick

Vorallem im deutschsprachigen Raum wurde Watzlawick durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt

„Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert, ich kann sie gestalten“

Dieses Zitat stammt von dem österreichisch-amerikanischen Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Soziologe, Philosoph und Autor. Paul Watzlawick. Vorallem im deutschsprachigen Raum wird er durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt. Er war Gründungsmitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein und auch in anderen Zusammenhängen kulturell engagiert.

Watzlawicks Leben

Watzlawick erreicht die Matura im Jahre 1939 in Villach und studiert dann Philologie und Philosophie an der Universität Venedig. Im Jahre 1949 promoviert er im Fach Philosophie. Watzlawick absolviert von 1951 bis 1954 eine Ausbildung in Psychotherapie in Zürich, die er mit dem Analytikerdiplom abschloss. 1957 zieht es Watzlawick an die Universität El Salvador, San Salvador. Den dortigen Lehrstuhl für Psychotherapie hat er bis zum Jahre 1960 inne. Kommunikationsprozesse und die systemische Familientherapie sind Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit als Professor für Psychotherapie. Praktische Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner Kommunikationstheorie veranlassen, gewinnt er bei der Erforschung der Kommunikation schizophrener Patienten.

Reise in die zukünftige Wahlheimat

1960 wird Watzlawick von Don D. Jackson als Mitarbeiter in die Palo-Alto-Gruppe ins kalifornische Palo Alto geholt, wo er fortan als Forschungsbeauftragter tätig war. Er entwickelt mit Gregory Bateson und weiteren Kollegen die Doppelbindungstheorie. Im Jahr 1976 erhält Watzlawick zusätzlich einen Lehrauftrag im Fachbereich Psychiatrie an der Stanford University. 1987 wird er Mitbegründer von PEN-Club Liechtenstein. Er leistet bedeutende Beiträge zum radikalen Konstruktivismus und liefert zusammen mit J. H. Beavin und Don D. Jackson vielbeachtete Überlegungen zur Theoriebildung über Kommunikation.

Auszeichnungen und Ehrungen

2001 erhält Watzlawick den Ehrenpreis der Viktor Frankl-Stiftung der Stadt Wien. 2007 stirbt er im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat Palo Alto. Watzlawick veröffentlichte 18 Bücher, die in 85 Sprachen übersetzt wurden. Darüber hinaus verfasste er über 150 Artikel.2016 wurde im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten der Watzlawickweg nach ihm benannt.

Kommunikationstheorie

Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson entwarfen eine Kommunikationstheorie, die auf fünf pragmatischen Axiomen aufbaut. Die Axiome gelten in jeder Situation mit kommunikativem Charakter. Sie lauten:

- „Man kann nicht nicht kommunizieren!“

- „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“

- „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bestimmt.“

- „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik. Analoge Kommunikationen dagegen besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikationen erforderliche logische Syntax.“

- „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehungen zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit basieren.“
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 22.06.2016 | 09:27   Melden
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