25.08.2016, 00:00 Uhr

Angriff auf die Sommerferien

Betreut: Florian und Lukas haben in den Sommerferien Mama Sylvia Strelly zu Hause, waren aber dennoch schon in Feriencamps.

Neun Wochen Ferien: Luxus pur, Fadesse pur oder Organisationshorror für Familien?

KLOSTERNEUBURG. Neun Wochen Ferien im Sommer. Was für Lehrer und Schüler paradiesisch klingt, stellt immer mehr Eltern vor Herausforderungen. Wer passt auf die Kinder auf, wenn der Urlaub von Papa und Mama nach zwei Wochen vorbei ist?

Oma und Feriencamps

Familienministerin Karmasin forderte zwei Wochen der Sommerferien in den Herbst zu verschieben. FP-Klubchef Waldhäusl will dass die Schulen ab erstem August wieder öffnen und Nachhilfe anbieten. Wir haben Eltern, Lehrer und Schüler im Bezirk befragt, was sie von den Vorschlägen halten. "Ich bin selbst auch Lehrerin, also von dem her bin ich immer daheim, wenn meine Söhne Lukas und Florian auch Ferien haben. Aber wäre das nicht, müssten sie wohl zur Oma oder in Feriencamps gehen", erzählt die Kritzendorferin Sylvia Strelly. Auch Tochter Sophie von Walter Rainer verbringt ihre Sommerferien bei Oma, "weil es sich als Alleinerziehender mit der Arbeit nicht anders verbinden lässt." Aber Rainer meint: "In meinen Augen ist es vollkommen egal, ob von den Sommerferien zwei Wochen in den Herbst verlegt werden. Die Eltern haben ja trotzdem ein Betreuungsproblem."

Lernerfolg und Unterbrechung

"Eine Verkürzung würde nur eine Verschiebung bedeuten und die Familien deshalb meines Erachtens nicht entlasten", schließt sich Schulstadträtin Maria Theresia Eder an. Außerdem würde sich einerseits pädagogisch gesehen eine Verkürzung bei schwächeren Schülern auf den Lernerfolg positiv auswirken, "andererseits hätte man bei längeren Herbstferien bereits nach kurzer Zeit wieder eine Unterbrechung im Lerngeschehen", weiß Eder. Hier ist sich auch Ursula Mürwald, Direktorin aus der Volksschule Weidling einig, so meint sie: "Ich bin kein Fan von den Herbstferien, weil es gerade für die kleinen Schulkinder schwierig ist wieder in die Routine zu kommen." Doch sie hätte einen aus pädagogischer Sicht besseren Vorschlag: "Man könnte die zwei Wochen von den Sommerferien aufteilen und ein paar Tagen zu den Weihnachtsferien und Osterferien hängen."
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